Immobilienmarkt: New York, London und dann kommt gleich Berlin

Immobilienmarkt: Berlin-Hype steht an

Die Superreichen zieht es nach Deutschland – besonders in die Hauptstadt.

Keyfacts über Immobilienmarkt

  • erst jetzt haben die Superreichen Berlin entdeckt
  • Preisniveau ist im europäischen Vergleich noch moderat
  • 60.000 Euro pro Quadratmeter können in Berlin fällig werden
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Die Kollwitzstraße, Potsdamer Platz, die Friedrichstraße, der Boxhagener Platz und immer öfter auch Pankow – egal in welchen Bezirken, der Berliner Immobilienmarkt boomt. Steuerexperte Kay Klöpping geht davon aus, dass in den kommenden Jahren viele ausländische Investoren-Milliarden nach Berlin strömen und die Preise weiter anziehen.

Viele Berliner fragen sich nicht erst seit gestern: Sollen sie weiter mieten oder über den Kauf einer Wohnung nachdenken. Geht es nach dem Berliner „Tagesspiegel“, sollte das Portemonnaie vorerst in der Tasche bleiben. Die Kaufpreise seien derzeit viel zu hoch und für Investoren deshalb kaum rentabel. Das führe laut der Zeitung dazu, dass die Käufer die Mieten in die Höhe treiben, damit sich das Investment überhaupt lohnt – dennoch steigen die Kaufpreise derzeit in der Hauptstadt immer noch schneller als die Mieten.

In diesen Städten sind die Preise für Luxusimmobilien am stärksten gestiegen:

Im kanadischen Vancouver sind die Preise für Luxusimmobilien von 2015 bis 2016 extrem angestiegen - um satte 36,4 Prozent. Quelle: Knight Frank

Auch die Preise in Toronto haben zugelegt. Plus 12,6 Prozent

Lust auf Schanghai? Die Luxusimmobilien haben sich von 2015 bis 2016 um 22,6 Prozent teurer geworden.

Kapstadt legte um 16,1 Prozent zu.

In Melbourne sind es 11 Prozent.

„In Berlin findet sich derzeit kaum noch eine Straße, in der nicht saniert wird. Über unsere Hauptstadt rollt eine wahre Modernisierungswelle. Viele Investoren sind bereits in Berliner Immobilien investiert und bringen die Häuser jetzt auf Vordermann“, berichtet Klöpping über den Berliner Immobilienmarkt.

Die „Berliner Morgenpost“ schreibt darüber, dass in besonders noblen Gegenden sogar bis zu 60.000 Euro für den Quadratmeter Boden und mehr von potentielle Käufern gefordert werden, wenn sie eine Immobilie erwerben wollen – etwa am Pariser Platzes unweit des Brandenburger Tores. Dementsprechend hoch sind die Kaufpreise für Wohnungen dort.

Die Superreichen sind noch gar nicht da

Aus dieser Gemengelage ergibt sich nun ein bizarres Bild für den Berliner Immobilienmarkt. Auf der einen Seite warnen Experten davor, dass die Preise bereits jetzt um zehn Prozent zu hoch seien, auf der anderen Seite sehen Investitionsexperten, dass die Milliarden vieler ausländischer Geldgeber noch gar nicht in Berlin angekommen sind: „Die Superreichen, das sind die Ultra High Net Worth Individuals (UHNWI), haben Berlin jetzt erst als Anlageobjekt entdeckt. Diese Anleger verfügen über mehr als 30 Millionen Euro. Diese Käuferschichten interessieren sich ausschließlich für die Top-Lagen in den Metropolen. Für sie ist nicht allein der Preis ausschlaggebend, sondern die Entwicklungsfähigkeit. Für sie ist interessant, dass Berlin vergleichsweise noch günstig ist – aber auch, dass die Stadt mit ihrer jungen und internationalen Szene viele neue Bewohner anlockt“, weiß Klöpping. Der Zuzug schafft wachsenden Bedarf nach Wohn- und Büroraum und bietet so Wachstumsphantasie.

60.000

Euro kostet der Quadratmeter Boden am Pariser Platz in Berlin.

Tatsächlich sind die Geldströme der Superreichen in Bezug auf Immobilien ziemlich gut zu verfolgen: Die Expertenberatung Knight Frank befragt jedes Jahr betuchte Anleger, für welche Märkte sie sich besonders interessieren und entwickelt den sogenannten „Wealth Report“.

Dabei kommt es den Superreichen in den unterschiedlichen Ländern auf unterschiedliche Kennzahlen an. Mal ist es die Sicherheitslage in einem Viertel, mal ist es die Künstlerszene. Der Preis spielt dabei laut der „Welt“ zumeist nur eine Nebenrolle.

Auch Berlin tauchte jetzt zum ersten Mal im Report auf. Besonders im Fokus stünden die Bezirke Mitte, Kreuzberg und auch Pankow. Ferner wird darauf hingewiesen, dass die Mietpreise in Berlin mit am geringsten in ganz Deutschland seien.

„Der Bericht ist nicht ganz genau: Tatsächlich sind die Lebenskosten in Städten wie Chemnitz oder gar Leipzig heute noch sehr viel geringer als in Berlin. Seit Jahren steigen die Mieten in der Stadt allerdings, in einigen Vierteln nähern sich die Preise pro Quadratmeter denen in München und Hamburg an“, relativiert Klöpping die Report-Aussagen.

Laut „Empirica“ liegt Berlin mit einem Quadratmeterpreis von rund 11,30 Euro auf dem siebten Platz zwar vor Hamburg, aber weit hinter München, das auf Platz eins mit durchschnittlich 16,40 Euro liegt.

Vergleicht man die Preisentwicklung mit anderen internationalen Standorten, kann laut Klöpping von einer Immobilienblase in Berlin noch keine Rede sein: „Die Superreichen kommen erst noch nach Berlin. Wohin die Entwicklung führt, zeigt sich beispielsweise auch gerade in London. Viele der Investoren kommen nicht aus dem Vereinigten Königreich, wollen auch nicht unbedingt in der Stadt wohnen, sondern haben nur in einem von ihnen als entwicklungsfähigen eingeschätzten Hotspot investiert. Sollten also ausländische Investoren Berlin für sich entdecken, könnten die Preise noch weiter anziehen.“

In diesen Städten sind die Preise für Luxusimmobilien gefallen:

Luxusimmobilien in Paris sind günstiger geworden. Minus 11 Prozent. Quelle: Knight Frank

Moskauer Makler verzeichneten ein Minus von 5,2 Prozent.

Taipeh gab um 7,7 Prozent nach.

In Dehli gaben die Preise um 4,9 Prozent nach.

Auch in Hongkong wurde es billiger. Die Preise für Luxusimmobilien gaben um 8,4 Prozent nach.

In New York wird schon getrickst

In New York sind die Preise für Wohnraum und Co. seit Jahren astronomisch hoch. 2013 kostete ein Quadratmeter im von Investor Michael Stern restaurierten Walker Tower rund 27.000 US-Dollar. Anders als in Berlin ein handelsüblicher Preis. Doch die scheinbar unbegrenzte Nachfrage scheint abzuebben. Die Makler tun sich immer schwerer, die Luxusappartements loszuwerden.

Das „Handelsblatt“ schreibt darüber, dass die Makler beispielsweise mit 5000-US-Dollar-Gutscheinen tricksen, die den Käufern versprochen werden, wenn sie sich bis zu einem bestimmten Datum für einen Kauf entscheiden. Dazu sollen hinter den Kulissen geheime Absprachen zwischen den Investoren laufen, damit nicht zu schnell zu viele teure Wohnungen in Manhattan auf den Markt kommen.

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15. März 2017
Zusammengefasst

»Viele Investoren sind bereits in Berliner Immobilien investiert und bringen die Häuser jetzt auf Vordermann.«

Platzt die Berliner Immobilienblase bald? Viele Experten glauben, dass die Wohnungspreise der Hauptstadt bereits heute zu hoch sind. Unser Experte glaubt das nicht. Seine These: Kommen die Superreichen, ziehen die Preise noch einmal kräftig an.

Kay Klöpping Partner, Tax
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Kommentare

Was spricht dafür, dass in Berlin bald eine Immobilienblase platzt?

Kommentar von Robert
20. März 2017 | 10:00 Uhr

Die Superreichen müssen sich darauf einstellen, dass ihre Investments vornehmlich auf Sand gebaut sind: http://hauptstadtblog.de/2017/03/19/in-berlin-wird-auf-sand-gebaut/

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