Zehn kuriose Steuern, die kaum einer kennt

Zehn kuriose Steuern

Viele sind heute abgeschafft, einige wurden nie umgesetzt.

Keyfacts über kuriose Steuern

  • viele wurden nie umgesetzt
  • sie sollen die Bilanz der Stadtkassen aufbessern
  • einige wurden auch wieder abgeschafft
Zusammenfassung lesen

Sektsteuer, Kinosteuer oder die Bräunungssteuer – in Deutschland werden regelmäßig Steuern erhoben, oder sie waren zumindest angedacht. Doch kaum jemand kennt sie.

  1. Die Sektsteuer

Gelten Getränke in Deutschland als sekthaltig, werden darauf Steuern fällig. Laut  der „Rheinischen Post“ sind das 136 Euro pro Hektoliter. Der Staat nimmt durch diese Steuererhebung rund 450 Millionen Euro im Jahr ein.

  1. Die Biersteuer

Die Biersteuer dürften einige Menschen kennen. Sie gehört mit zu den ältesten Erhebungen auf Verbrauchsgüter. Die „Wirtschaftswoche“ hatte zum 500 Jubiläum des Reinheitsgebotes darüber berichtet, dass auf alkoholfreie Biere diese Steuer nicht anfällt. 800 Millionen Euro nimmt der Staat jährlich dadurch ein.

  1. Kinosteuer

Die Kinosteuer fällt streng genommen in den Bereich der Vergnügungssteuer. Sie wird seit den 1930er Jahren erhoben und ist vom jeweiligen Betreiber eines Kinos zu entrichten. Der Steuersatz wird von den Gemeinden festgelegt und richtet sich nach der Höhe des Eintrittspreises. In Bielefeld sind das beispielsweise 22 Prozent des erhobenen Eintrittspreises – bei Filmen, die in das Genre Erwachsenenunterhaltung fallen, werden sogar 25,3 Prozent fällig.

  1. Die Bräunungssteuer

Kein Witz – die Stadt Essen versuchte im Jahr 2010, eine Solarsteuer – im Volksmund „Bräunungssteuer“ – einzuführen, um laut „Focus“ Schulden abzubauen. Betreiber von Solarien sollten pro Sonnenbank 20 Euro an den Fiskus entrichten. Letztlich scheiterte das Vorhaben am Veto des Innenministers.

  1. Die Kaffeesteuer

Seit 1949 wird die sogenannte Kaffeesteuer erhoben und muss von Importeuren und Röstern abgeführt werden. Das bringt dem Fiskus laut „Kölner Stadtanzeiger“ jährlich eine Milliarde Euro. Die Steuer wird nicht nur auf Kaffee erhoben, sondern auch auf Produkte, die Kaffee  beinhalten – etwa auf Süßwaren. Konkret heißt das, dass auf ein Kilo Kaffee 2,20 Euro Kaffeesteuer anfallen, dazu kommen dann noch 26 Prozent Umsatzsteuer.

  1. Die Bettensteuer

Eine recht neue Steuererhebung aus Köln: Die Bettensteuer wird seit 2004 erhoben. Hotels und Pensionen der Domstadt müssen fünf Prozent ihrer Nettoerlöse aus Übernachtungen abführen. Mittlerweile wird diese Steuer in weiten Teilen der Republik erhoben – die Abgabehöhe variiert von 50 Cent bis hin zu fünf Prozent des Übernachtungspreises.

  1. Die Branntweinsteuer

Der Bund rechnet seit 1949 mit der Branntweinsteuer. Dabei spielt der Alkoholgehalt eine große Rolle: Eine Flasche Likör bringt dem Fiskus zwei Euro – insgesamt sind es rund zwei Milliarden Euro im Jahr.

  1. Die Zuckersteuer

Bis 1992 besteuerte der Fiskus die gelieferte Menge von Zuckerrüben – die Zuckerrübensteuer wurde zum 1. Januar 1993 gestrichen und hieß im Volksmund Zuckersteuer. Nur einige Monate später  wurde auch die Salzsteuer gestrichen.

  1. Die Leuchtmittelsteuer

Die Leutmittelsteuer wurde seit dem Mittelalter auf Kerzenwachs erhoben, später fand sie auch Anwendungen auf Glühlampen – seit 1993 ist sie abgeschafft.

  1. Die Verpackungssteuer

Bis 1999 erhoben einige Gemeinden und Kommunen eine Steuer auf Einweggeschirr und nicht wieder verwendbare Verpackungen.

13. Oktober 2016
Zusammengefasst

»Sektsteuer, Kinosteuer oder die Bräunungssteuer – in Deutschland werden regelmäßig Steuern erhoben, oder sie waren zumindest angedacht. Doch kaum jemand kennt sie. «

Immer wieder kommt es in Deutschland zu kuriosen Steuererhebungen. Unser Experte Kay Klöpping hat zehn gefunden, die nachdenklich machen, aber auch zum Schmunzeln anregen.

Kay Klöpping Partner, Tax
Ganzen Artikel lesen

Kommentare

Welche Steuern finden Sie sinnvoll?

Kommentar von Moritz Ballerstädt
13. Oktober 2016 | 04:56 Uhr

Stimmt natürlich, aber es gibt natürlich auch noch die Bartsteuer und Co. Das ist allerdings schon so lange her :-)

Kommentar von Dietrich Zschocke
13. Oktober 2016 | 04:44 Uhr

So eine Aufzählung ist ohne Fenstersteuer nicht komplett...

Kommentar von Moritz Ballerstädt
13. Oktober 2016 | 11:36 Uhr

Vielen Dank für den Hinweis, wir haben das geändert.

Kommentar von Loki
13. Oktober 2016 | 11:27 Uhr

Schöner Artikel - allerdings heißt es "Branntwein" und nicht "Brandwein".

*Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht

Das könnte Sie auch interessieren

KPMG verwendet Cookies, die für die Funktionalität und das Nutzerverhalten auf der Website notwendig sind. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie dem Einsatz von Cookies zu, wie sie in der Datenschutzerklärung von KPMG im Detail ausgeführt ist. Schließen