Datenanalyse im Handel: Hier sind Ihre Kunden versteckt

Datenanalyse im Handel

Studie "Mit Daten Werte schaffen 2017" untersucht Datenanalysen im Handel

Keyfacts über Datenanalyse

  • Der Handel ist stark engagiert
  • Fokus liegt auf Kundenzentrierung
  • Die komplette Wertschöpfungskette wird untersucht
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Die Studie „Mit Daten Werte schaffen 2017“ von Bitkom Research und KPMG belegt: Geht es um den Einsatz einer fortgeschrittenen Datenanalyse, dann liegt der Handel vor dem Branchendurchschnitt. Bereits ein Fünftel seiner Unternehmen setzt digitale Verfahren ein, um Geschäftsprozesse zu optimieren.

Datenanalyse muss sein

Aktuell arbeiten 19 Prozent der Händler in Deutschland mit dieser Form der elektronischen Unterstützung. Im Vergleich zur Branchenauskopplung der Studie aus dem Vorjahr hat dieser Wert um drei Prozentpunkte zugelegt. „Das zeigt, dass die Datenanalyse im Handel nicht mehr wegzudenken ist“, sagt Mark Sievers, Partner, Head of Consumer Markets.

Diese Entwicklung kommt nicht von ungefähr. Die Sparte hat es mit einer sehr heterogenen Klientel zu tun. Es ist höchst komplex, die Vielzahl an Einzelkunden individuell zu bedienen. Genau das kommt auf die Branche zu. Angesichts saturierter Märkte mit überwiegend einstelligen Wachstumsraten bleibt ihr nichts anderes übrig. Die Herausforderung im Kampf um Marktanteile heißt Kundenzentrierung. Ohne fortgeschrittene Datenanalyse ist sie nicht zu meistern. Der Handel erkennt das zunehmend. Die Gesamtwirtschaft hinkt hier mit 17 Prozent Nutzung noch etwas hinterher.

Kundendaten – die wichtigste Quelle für den Handel

Die Auswirkungen machen sich im Retail bereits bemerkbar. So bestätigt ein Drittel (33 Prozent) der befragten Unternehmen, dass Big Data sowie Data & Analytics ihre traditionellen Geschäftsmodelle verändern. Eine entscheidende Rolle spielt das hinsichtlich von Entscheidungsprozessen. 92 Prozent der Handelsbetriebe greifen dafür auf Kundendaten zurück, 80 Prozent auch auf Transaktionsdaten, 77 Prozent auf Verhaltensdaten und 65 Prozent zusätzlich auf Markt- und andere ökonomische Daten.

33

Prozent der Händler richten ihre Geschäftsmodelle nach Data & Analytics aus

Die Frage ist, was sie daraus machen. Einfach Daten zu erheben, genügt nicht. Sievers: „Man muss Datenanalysen aufbrechen.“ Das tut der Handel. Den extrahierten Branchenergebnissen aus der Studie „Mit Daten Werte schaffen 2017“ zufolge, überwacht bereits annähernd die Hälfte (46 Prozent) der analysierenden Betriebe damit ihre Geschäftsentwicklung. Mit der richtigen Kombination unterschiedlicher Quellen haben sie nicht nur digitale Geschäftsmodelle, sondern ihre komplette Wertschöpfungskette im Blick. Entscheidungen fallen dann nicht nur leichter, sondern auch schneller. In den Fokus gehören dabei die Bedürfnisse der Kunden. Ansatzpunkte gibt es viele. So geht es nicht allein um die Wünsche der Verbraucher. Auch die Personalplanung gehört dazu, um Spitzenzeiten ausreichend zu besetzen. 38 Prozent greifen dafür auf Daten-Analyse zurück. Gut ein Zehntel (elf Prozent) verwendet bereits kognitive Systeme, also sprach- und lernfähige Programme wie zum Beispiel Watson von IBM. Auch hier setzt sich der Handel ab. In der Gesamtwirtschaft nutzen lediglich fünf Prozent diese relativ neue Technologie.

Der Zukunft auf den Fersen

Die Auswertung ihrer Daten übernehmen die meisten Händler vollständig selbst. 79 Prozent vertrauen auf interne Analyseprozesse. Als größte Herausforderung sehen sie hier die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften (73 Prozent). Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit hegen 60 Prozent. Diese Themen werden im nächsten Jahr besonders wichtig. „2018 greift die Datenschutzverordnung. Darauf müssen sich die Unternehmen einstellen und – wenn nötig – auch ihre IT-Prozesse“, sagt Sievers.

Unterm Strich zeigt die Auskopplung Handel, dass die Branche die Relevanz von Datenanalysen erkannt hat. Sie nutzt die entsprechenden Werkzeuge im Branchenvergleich in überdurchschnittlichem Maße. Ihr angestrebtes Ziel muss umfassende Kundenzentrierung sein. Digitale Informationen sind dafür der Schlüssel. Wer sie sinnvoll auswertet, erfährt, was die Verbraucher wollen. Und das nicht nur im Rückblick oder für den Moment, sondern dank Predictive Analytics auch für die nähere Zukunft. So lassen sich Nachfrage und Wünsche der Konsumenten antizipieren und bestimmte Produkte langfristig ordern oder Dienstleistungen vorbereiten. Das setzt eine Datenanalyse voraus, die als permanent laufender Prozess verstanden wird. Sievers: „Wer im Wettbewerb bestehen will, der kommt um das Thema nicht herum. Das Potenzial ist bereits jetzt groß. Dabei stehen wir erst ganz am Anfang der Entwicklung.“

Mit Daten Werte schaffen 2017

Big Data beginnt sich auszuzahlen – das ist eines der zentralen Ergebnisse der repräsentativen Studie „Mit Daten Werte Schaffen“, für die KPMG in Zusammenarbeit mit Bitkom Research rund 700 Entscheider aus verschiedenen Branchen und Unternehmensgrößen befragt hat.

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23. Oktober 2017
Zusammengefasst

»Die Datenanalyse im Handel ist nicht mehr wegzudenken.«

Knapp ein Fünftel der Händler nutzt  bereits die fortgeschrittene Datenanalyse. Mit ihr justiert er vielfach seine Geschäftsmodelle und macht sie zur Basis weitreichender Entscheidungen. Diese Einblicke gewährt die Auskopplung Handel der Studie "Mit Daten Werte schaffen 2017". Sammeln und Auswerten von digitalen Informationen dienen vor allem einem Ziel: Kundenzentrierung. Sie ist die wichtigste Herausforderung der Zukunft. Das hat der Handel etwas früher erkannt als der Branchendurchschnitt.

Mark Sievers Partner, Head of Consumer Markets
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Kommentare

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