Öffentlicher Sektor: Mehr Effizienz durch Big Data

Öffentlicher Sektor: Mehr Effizienz

Wie die Verwaltung Datenanalysen einsetzt – und wie erfolgreich sie dabei ist

Keyfacts über Datenanalyse

  • Verwaltungen setzen stärker als in der Vergangenheit auf Datenanalysen
  • Nur knapp die Hälfte zieht Mehrwert aus einfachen Datenanalysen
  • Die Kompetenz der Mitarbeiter ist ausbaufähig
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Die Verwaltung greift immer stärker auf Datenanalysen zurück, hat aber dennoch weiterhin Aufholbedarf. Das ist ein Ergebnis der aktuellen Studie „Mit Daten Werte schaffen“, bei der KPMG die Anwendung und Zufriedenheit von und mit Datenanalysen im öffentlichen Sektor untersucht hat. „Wenn wir das vergangene Jahr Revue passieren lassen, dann sind die Fortschritte in Sachen Datenanalyse bei der Verwaltung augenscheinlich“, sagt Mathias Oberndörfer, Bereichsvorstand Öffentlicher Sektor bei KPMG Deutschland. So hätten 78 Prozent der befragten Verwaltungen mitgeteilt, dass Datenanalysen für sie ein maßgeblicher Baustein ihrer Arbeit sind – ein Plus von sechs Prozentpunkten gegenüber den Ergebnissen des Vorjahres. „Dabei ist auch beachtlich, dass mittlerweile 71 Prozent der Befragten wesentliche Unterscheidungen auf Datenanalysen fußen lassen“, sagt Oberndörfer. Die Fortschritte seien „nicht zu leugnen, das immer noch vorhandene Verbesserungspotenzial allerdings auch nicht“, sagt Oberdörfer.

Konkreter Mehrwert? Mangelware

So täten sich viele Verwaltungen nach wie vor schwer dabei, konkreten Mehrwert aus ihren Analysen zu ziehen: Nur 51 Prozent der Befragten verzeichnen dabei Erfolge. Deutlich besser fällt das Ergebnis aus, wenn die öffentliche Hand hingegen fortgeschrittene Datenanalysen einsetzt: Mehr als 80 Prozent von ihnen steigern hierdurch beispielsweise ihre Leistungsqualität, senken ihre Risiken oder verbessern ihre Finanzlage.  „Das ist durchaus ein Beweis dafür, wie sich die Effizienz der Verwaltung in solchen Fällen ausbauen lässt“, sagt Oberndörfer, verweist aber auch auf die sich an dieser Stelle ergebenden Herausforderungen: „Big Data hat das Potenzial zur Innovationsmaschine. Allerdings braucht es an dieser Stelle entsprechend ausgebildete Experten, die die Vorteile der neuen Technologie für die öffentliche Hand auch erschließen können.“ Mitarbeiter mit entsprechendem Fachwissen hingegen sind in deutschen Behörden häufig noch eher Mangelware.

78

Prozent der befragten Entscheider aus der Verwaltung sehen in Datenanalysen einen wesentlichen Baustein ihrer Arbeit

So ist nur ein Drittel (33 Prozent) der Befragten der Meinung, dass die eigenen Mitarbeiter die erforderlichen Kompetenzen mitbringen, um den Erfordernissen der Digitalisierung entsprechen zu können. Und obwohl fast die Hälfte der Befragten das Fehlen entsprechend ausgebildeter Experten in den eigenen Reihen beklagt, investieren lediglich 37 Prozent der Befragten in Weiterbildung und Schulung der Belegschaften.

Verwaltung nicht überfordern

„Dabei sollte man einen Fehler nicht machen: die öffentliche Hand überfordern“, sagt Oberndörfer. Anders als privatwirtschaftliche Akteure aus dem Start-up-Umfeld müsse die Verwaltung nämlich zu jeder Zeit absolute Rechtssicherheit garantieren können. „Die in der Gründerszene mitunter gepflegte Kultur, dass es im Zweifelsfall besser sei, eine Betaversion auf den Markt zu bringen und im weiteren Verlauf auftretende Fehler zu beheben, kommt für die öffentliche Hand nicht in Frage“, sagt Oberdörfer. Besser – so der KPMG-Experte – sei in diesen Fällen das Schaffen eines Rahmens, „innerhalb dessen die Start-ups an kreativen Problemlösungen tüfteln können.“

Die Studie „Mit Daten Werte schaffen“ wird seit 2015 jährlich von KPMG in Zusammenarbeit mit Bitkom erstellt. Für die Sonderausgabe der Studie mit dem Schwerpunkt öffentliche Verwaltung wurden mehr als 100 Behörden- und Abteilungsleiter aus Bundes-, landes- und Kommunalverwaltungen mit mindestens 100 Mitarbeitern befragt.

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29. September 2017
Zusammengefasst

»Big Data hat das Potenzial zur Innovationsmaschine. Allerdings braucht es an dieser Stelle entsprechend ausgebildete Experten, die die Vorteile der neuen Technologie für die öffentliche Hand auch erschließen können.«

Big Data und Datenanalysen gewinnen für die Verwaltung an Bedeutung, belegt eine aktuelle KPMG-Studie. Aber es gibt noch viel zu tun.

Mathias Oberndörfer Bereichsvorstand Öffentlicher Sektor
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