Die 5 größten Fehler der Informationsmanager

Die 5 Fehler der Informationsmanager

Informationen als Wert erkennen und gewinnbringend einsetzen

Keyfacts über Informationsmanager

  • Informationen sind harte Währung
  • Informationswert wird nicht erkannt
  • Gutes Informationsmanagement spart Geld
Zusammenfassung lesen Ihre Datenstrategie testen
13. Dezember 2016

Es ist das neue Normal: die globalen Märkte sind digital vernetzt, Informationen sind harte Währung. Doch viele Unternehmen tun sich schwer, die richtigen Informationen zu gewinnen und als Vermögenswert für sich nutzen sollen. Informationsmanager könnten helfen, sind aber nicht gut genug eingebunden.

Im „New Normal“ wird Informationsmanagement zum Erfolgskriterium. Informationstechnik, Kommunikation, Wirtschaft und soziale Bereiche konvergieren. Etablierte Geschäftsmodelle kollabieren. Nur wer weiß, an welchen Schaltstellen er ansetzen muss, kann Informationen als Wert erkennen und gewinnbringend einsetzen.

Lesen Sie die 5 größten Fehler, die Unternehmen beim Informationsmanagement machen – und die 5 wichtigsten Fragen, die sie sich stellen müssen.

1. Es fehlt eine Strategie

Eine ernst gemeinte Auseinandersetzung mit dieser Fragestellung zwingt Unternehmen, sich mit ihren Missständen beim Management von Informationen zu beschäftigen. Davor schrecken viele zurück.

Das Finanz- und Rechnungswesen muss die intelligente und fokussierte Kombination von strukturierten und unstrukturierten Daten sicherstellen. Diese Erkenntnisse muss es in „predictive analytics“ übersetzen.

Technologien dazu gibt es zahlreiche, oftmals passend auf das Unternehmen konfiguriert. Die Technik sollte allerdings primär als Vehikel dienen – sie allein reicht nicht aus. Die Verantwortlichen müssen die strategischen Fragen angehen und lösen.

2. Es fehlt an der Etablierung der Rolle des Chief Digital Officer (CDO) als echte Funktions- und Entscheidungsebene

Historisch gewachsen verstehen viele das traditionelle Rechnungswesen als Hüter der Zahlen. Aktuelle Entwicklungen zeigen jedoch, dass die Finanzabteilung zunehmend entscheidungsrelevante Daten, einschließlich ihrer Interpretation und Analyse weitergehender Zusammenhänge, auf unterschiedlichen Ebenen des Unternehmens bereitstellt.

Heute arbeitet das Rechnungswesen zunehmend als qualitätssicherndes Bindeglied zwischen der Unternehmensführung und den operativen Geschäftsbereichen. Dazu braucht es einen echten CDO. Als leitender Mitarbeiter prägt er die Digitalisierungsstrategie und ist wichtiger Bestandteil der Information Governance – dafür muss er auch den erforderlichen Stellenwert erhalten.

3. Es fehlt ein aufrichtiges – und damit authentisches – prozess- und serviceorientiertes Denken

Am meisten ärgere ich mich über eine unzureichende Bereitschaft zur echten Kommunikation – vor allem in den Schnittstellen der Aufbau- und Ablauforganisation. Es geht darum, innerhalb und zwischen allen Bereichen ein aufrichtiges, serviceorientiertes Denken als Teil der Unternehmenskultur zu leben, zu fördern und wertzuschätzen

4. Es mangelt an einem gemeinsamen Verständnis vom Vermögenswert der Informationen

Vielen Unternehmen fehlt es an Rahmenbedingungen, mit denen in allen Bereichen und Ebenen ein Verständnis dafür entwickelt werden kann, dass aus Informationen abgeleitete Daten ein Vermögenswert sind.

Gerade für Unternehmen des Mittelstandes erscheint es sinnvoll, Informationsmanagement zunächst als Aufgabe des Rechnungswesens zu begreifen. Hier sind in der Regel erforderliche Fähigkeiten, ein entsprechender organisatorischer Zuschnitt, Risikomanagement-Strukturen sowie analytisch denkende Mitarbeiter bereits verfügbar.

5. Es fehlt an der Bereitschaft, die (Schwarm-)Intelligenz der Gesamtheit ihrer Mitarbeiter zu nutzen

Ich bedaure es immer wieder, dass viele Unternehmen die Chance verpassen, die vielen kleinen und großen Potenziale ihrer Mitarbeiter zu einem passenden Gesamtgefüge zusammenzuführen. Meistens kennen Teammitglieder ganz genau die Schwachstellen im Unternehmen – und wissen, wie das inhärente Wertpotential vorhandener Geschäftsdaten identifiziert, separiert, messbar gemacht und damit gehoben werden kann.

Wenn Sie Ihr Informationsmanagement verbessern wollen, sollten Sie sich 5 Fragen stellen:

1. Wie können bestehende Strukturen Ihres Rechnungswesens fortbestehen, modifiziert oder von Grund auf erneuert werden, um den diskutierten Anforderungen des New Normal begegnen zu können?

2. Was sind die Zielvorgaben Ihres Informationsmanagements?

3. Welche Unternehmensabläufe können / müssen verbessert werden?

4. Wie können Verbesserungen / Veränderungen gemessen und transparent gemacht werden?

5. Welche Anreize können / müssen geschaffen werden, damit die Beteiligten notwendige Veränderungen unterstützen / umsetzen?

Gelingt das Informationsmanagement, sparen Sie viel Geld. Sie werden bessere, und dem Tempo des New Normal gerecht werdende Entscheidungen treffen.

Zusammengefasst

» Nur wer weiß, an welchen Schaltstellen er ansetzen muss, kann Informationen als Wert erkennen und gewinnbringend einsetzen.«

Gutes Informationsmanagement wird in den nächsten Jahren zum Erfolgskriterium. Informationstechnik, Kommunikation, Wirtschaft und soziale Bereiche konvergieren. Etablierte Geschäftsmodelle kollabieren. Nur wer weiß, an welchen Schaltstellen er ansetzen muss, kann Informationen als Wert erkennen und gewinnbringend einsetzen. Gelingt das Informationsmanagement, sparen Sie viel Geld. Sie werden bessere und dem Tempo des New Normal gerecht werdende Entscheidungen treffen.

Marco Pazzaglia Leiter Country Practice Italien
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Kommentare

Wie können Unternehmen ihr Informationsmanagement verbessern?

Kommentar von Michael Meister
23. Januar 2017 | 10:51 Uhr

"Meistens kennen Teammitglieder ganz genau die Schwachstellen im Unternehmen – und wissen, wie das inhärente Wertpotential vorhandener Geschäftsdaten identifiziert, separiert, messbar gemacht und damit gehoben werden kann." Klar kennen das viele. Und sie sagen ganz bewußt nicht. Denn wer will den NOCH schneller arbeiten und NOCH effizienter werden. Es gibt Mitarbeiter, die verkomplizieren absichtlich sogar Dinge oder gehen sie bewußt nicht an, um später eine Lösung präsentiere zu können. Menschen sind doch keine Automaten, die Arbeitszeit hätte längst halbiert gehöhrt. So machen die Menschen halt langsam und sperren sich gegen Veränderungen, das kann ich sogar verstehen, obwohl es mich auch stört.

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