Industrie 4.0: Digitalisierung als Gartenarbeit

Digitalisierung als Gartenarbeit

Neue KPMG-Studie belegt, wie Industrieunternehmen Datenanalysen für sich nutzen

Keyfacts über Datenanalyse

  • Neue Studie untersucht Datenanalysen in zwölf Branchen
  • Ein gutes Drittel aller Unternehmen hat eine Big-Data-Strategie
  • Der Reifegrad der eigenen Daten ist häufig nicht bekannt
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Digitalisieren wollen viele Unternehmen, darauf vorbereitet sind längst noch nicht alle. Das gilt beispielsweise auch für einen Maschinenhersteller, der seine Produktion mit über 50 verschiedene IT-Schnittstellen steuert – und künftig gerne digitalisieren will. Eine der wesentlichen Herausforderungen für Industrie 4.0 aber lautet, dass die Durchgängigkeit der Daten und ihre Verfügbarkeit an einem zentralen Ort gewährleistet sein muss. Mit anderen Worten: Wenn Person A und Person B Daten sammeln, sollte Person C sie verarbeiten können. Die schlechte Nachricht für einige Unternehmen: Für eine erfolgreich umgesetzte Big-Data-Strategie haben sie noch einen weiten Weg zu gehen und benötigen einen ganzheitlichen Ansatz. Die gute Nachricht: Sie sind hier nicht alleine.

Auf der anderen Seite ist aber auch der Anteil der Unternehmen weiterhin groß, die an dieser Stelle schon deutliche Fortschritte gemacht haben. So belegen die ersten Ergebnisse der in Bälde erscheinenden KPMG-Studie „Mit Daten Werte schaffen“, dass bereits heute in 75 Prozent der Unternehmen relevante Entscheidungen auch auf der Analyse verfügbarer Daten basieren. Für die Untersuchung wurden mehr als 700 Geschäftsführer und Fachbereichsleiter aus insgesamt zwölf Branchen befragt. Die große Mehrheit der Befragten erklärte, dass ihre Unternehmen konkreten Nutzen aus ihren Datenanalysen ziehen.

Industrie 4.0: Oftmals Datenwildwuchs

Worin genau der Nutzen besteht, kann dabei von Unternehmen zu Unternehmen durchaus unterschiedlich sein. Während für das eine Unternehmen mehr Effizienz und Kundenorientierung im Mittelpunkt stehen mag, setzt das andere Unternehmen seinen Fokus möglicherweise auf steigende Umsätze durch Digitalisierung. Eine wachsende Anzahl der befragten Unternehmen gab an, dass sie durch Big-Data-Analysen Risiken haben minimieren können. Mit welchem konkreten Ziel auch immer Digitalisierungsprozesse in der Industrie angestoßen werden – eine Voraussetzung gilt in allen Fällen gleichermaßen: Ohne eine durchgängig geplante Big-Data-Strategie ist die Erfolgschance verschwindend gering. Was bedeutet das konkret?

Wer sich mit Datenanalysen im Umfeld der Industrie beschäftigt, der stellt fest, dass die verfügbare Datenmenge stetig steigt. Immer mehr intelligente und miteinander vernetzte Maschinen, Anlagen und Objekte kommen in den Betrieben zum Einsatz, analog dazu steigt die Anzahl der erhobenen Daten. Die Herausforderung: Wie bringt man die Daten „zum Sprechen“, wie vernetzt liegen sie vor? Klassischerweise gilt so der erste Blick immer dem Industrie 4.0 Reifegrad in einem Unternehmen. Was ist machbar, welche Potenziale verbergen sich?

75

Prozent der Unternehmen lassen gemäß einer aktuellen KPMG-Studie relevante Entscheidungen auf Datenanalysen basieren.

Wenn Unternehmen sich diesen Fragen stellen, dann ergeben sich daraus zwangsläufig die nächsten Schritte: Was ist das Ziel der Industrie 4.0, wo wollen wir eigentlich hin? Anders gefragt: Warum machen wir das? In der täglichen Praxis zeigt sich, dass eine Großzahl an Unternehmen häufig hier Herausforderungen haben. Dementsprechend ist es wichtig zunächst den Reifegrad und im Anschluss ein Zielbild zu entwickeln: Der Vorstand will den Einstieg in Industrie 4.0 und Digitalisierung, weil er sieht, dass die Konkurrenz bereits einige Schritte Vorsprung hat. Gleichzeitig ist der Reifegrad der eigenen Unternehmung nicht bekannt und das mittlere Management dementsprechend mit dem Thema noch nicht so vertraut. Digitalisierung ist in dem Sinne niemals immer nur eine Änderung der Prozesse, sondern immer auch eine Änderung der Denkprozesse.

Big-Data-Strategie bringt neue Geschäftsfelder

Große Dax-Konzerne hingegen sind hier oft schon einen Schritt weiter. Das Ziel ist definiert, stattdessen steht die Frage der konkreten Umsetzbarkeit und dem damit verbundenen Schaffen der Voraussetzungen im Vordergrund. Natürlich geht es an diesen Stellen immer auch um Fragen des Datenschutzes, denn einmal zusammengeführte Daten müssen sicher und vor dem Zugriff Unbefugter geschützt gelagert werden.

Da mag es dann – wie eingangs geschildert – eben auch die Unternehmen mit den 50 unterschiedlichen Systemen der Datenverarbeitung geben. Die Gründe dafür sind in den allermeisten Fällen denkbar profan: Es sind eben historisch gewachsene Strukturen. Eben diese Strukturen haben aber mitunter die unerfreuliche Eigenschaft, irgendwann wild in alle Richtungen zu wuchern. Digitalisierung in der Industrie bedeutet in diesem Sinne immer auch, gewissermaßen gärtnerisch tätig zu werden.

Und mitunter tun sich dabei völlig neue Geschäftsfelder auf. Wie beispielsweise bei dem Automobilhersteller, der die von seinen Produktionsmaschinen erhobenen Daten dem Hersteller der Maschinen anbot. Als ideale Informationsquelle darüber, wie dessen Produkte in der Praxis funktionieren. Woraufhin dieser wiederum seine Maschinen weniger wartungsintensiv gestalten könnte – wovon am Ende alle Beteiligten einen Vorteil hätten.

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27. April 2017
Zusammengefasst

»Eine der wesentlichen Herausforderungen für Industrie 4.0 lautet, dass die Durchgängigkeit der Daten gewährleistet sein muss. Auf dem Weg zu einer erfolgreich umgesetzten Industrie 4.0 / Big-Data-Strategie haben viele Unternehmen hier noch einen weiten Weg zu gehen und benötigen einen ganzheitlichen Ansatz.«

Nach einer in Bälde erscheinenden KPMG-Studie stützen sich 75 Prozent aller Unternehmen bei relevanten Entscheidungen auf vorherige Datenanalysen. Big-Data-Strategien werden so immer wichtiger, auch wenn noch nicht alle Unternehmen gleich gut dafür aufgestellt sind.

Sascha Glemser Senior Manager, Consulting
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Kommentare

Was für eine Big-Data-Strategie verfolgt Ihr Unternehmen?

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