Mitarbeiterfortbildung: Halb volles Glas

Mitarbeiterbildung: Halb volles Glas

Die KPMG-Studie zu Datenanalysen belegt: Unternehmen haben Nachholbedarf bei Weiterbildung

Keyfacts über Mitarbeiter

  • Die Digitalisierung stellt hohe Anforderungen an Mitarbeiterschulung
  • Deutsche Unternehmen sind auf einem guten Weg
  • Weiterbildung ist ein Change-Prozess
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Wenn es um die Weiterbildungsbestrebungen deutscher Unternehmen geht, dann ähnelt der Blick auf dieses Vorhaben mitunter dem berühmten Blick ins zur Hälfte gefüllte Glas: Ist es halb voll oder halb leer? Alles eine Frage der Perspektive. Perspektiven aber bemessen sich an dem bereits zurückgelegten Weg. Davon ausgehend lässt sich mit Fug und Recht für Deutschland behaupten: Das Glas ist zur Hälfte voll, die andere Hälfte lässt sich auch noch nachgießen.

Klar ist: In Zeiten der Digitalisierung sind Unternehmen stärker als je zuvor darauf angewiesen, qualifizierte Mitarbeiter zu haben, die den sich rapide ändernden Anforderungen standhalten können. Der künftige Erfolg von Unternehmen wird sich stark an ihren Fähigkeiten messen lassen, in welchem Umfang es ihnen gelingt, ihre Mitarbeiter für Datenanalysen und Wertschöpfung aus Datenanalysen zu sensibilisieren. Beim Blick in die aktuelle KPMG-Studie „Mit Daten Werte schaffen“ fällt auf, dass hier durchaus noch Luft nach oben ist. Im internationalen Vergleich hingegen hat man schon ein gehöriges Stück Wegstrecke zurückgelegt.

So räumen hierzulande 75 Prozent der Unternehmen ein, dass ihre Mitarbeiter noch nicht über die erforderlichen Kompetenzen verfügen. Mit fast 50 Prozent investiert immerhin die Hälfte der befragten Firmen in die entsprechenden Weiterbildungen, in Schulungen, in Maßnahmen zur Sensibilisierung. Die entscheidende Frage also: Wie stellt man es an, um erfolgreich zu sein?

Weiterbildung als Change-Prozess

Das Wesentliche zuerst: Die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern ist dann erfolgreich, wenn sie als Change-Prozess erkannt wird. Natürlich geht es darum, dass Menschen neue Dinge lernen von denen ihr Unternehmen annimmt, dass sie diese künftig brauchen, um weiterhin erfolgreich zu sein. Digitalisierung jedoch geht einen bedeutenden Schritt weiter. Sie fordert nicht nur kompetentere Mitarbeiter, sondern einen kompetenteren Unternehmensaufbau: Flexibler, innovativer, besser geeignet, auf stattfindende Disruptionen schnell zu reagieren.

Für viele Mitarbeiter kann das eine große Chance sein. Berufliche Weiterbildung und Qualifizierung lief früher häufig so: Man fängt in einer Position mit überschaubar komplexen Aufgaben an – und lernt dann dazu. „Training on the job“ war der Normalfall, schrittweise stiegen die Anforderunge: Man wuchs in den Job hinein, wie man so sagt.

75

Prozent der deutschen Unternehmen haben keine Mitarbeiter, die den Anforderungen der Digitalisierung gewachsen sind.

Das wird künftig immer seltener vorkommen. In der Arbeitsgesellschaft der Zukunft lösen intelligente Softwareanwendungen die „einfachen“ Fälle. Also all die Aufgaben, die regelbasiert immer die eine Reaktion auf den jeweiligen Fall erfordern. Wenn A, dann B. Aus B wird C und so weiter. Künftige Arbeitnehmer werden mit hoher Wahrscheinlichkeit diese einfachen Fälle kaum noch zu Gesicht bekommen. Stattdessen geht es ihnen um die kritischen, die außergewöhnlichen Fälle. All die Fälle also, die regelbasiert arbeitende Computerprogramme nicht werden bearbeiten können.

Digitale Kompetenzen immer wichtiger

Was früher ein Projekt- oder Teamleiter bearbeitet hätte, gerät in den Zuständigkeitsbereich des Angestellten. Positiv gesagt: Langweilige und monotone Arbeit wird immer seltener werden. Wenn wir annehmen, dass Menschen immer stärker Freude und Sinnstiftung aus ihrer Arbeit ziehen wollen, dann sind die Chancen dafür in den nächsten Jahren höher als je zuvor. Die gute Nachricht für veränderungsbereite Mitarbeiter: Das Potenzial steigt, künftig interessanter Jobs als früher zu machen. Im Umkehrschluss bedeutet das natürlich auch, dass der Weiterbildungsdruck steigt – mit den entsprechenden Anforderungen bei Studiengängen und Ausbildungen.

Hier ist erkennbar: Digitale Kompetenzen werden wichtiger. Die Fähigkeit, außerhalb des eigenen Beritts zu denken und ressortübergreifend Lösungen zu entwickeln. Derzeit schließen Unternehmen hierzulande ihre diesbezüglichen Schwächen mit externem Sachverstand. Gleichzeitig sind sie aber – gemessen an internationalen Entwicklungen – stark darauf bedacht, diese Kompetenzen künftig im eigenen Haus zu haben. Andere Länder wie beispielsweise die USA sind viel freigiebiger dabei, wenn es darum geht, digitale Dienstleistungen und Kenntnisse an externe Anbieter auszulagern.

Dass deutsche Unternehmen an diesem Punkt wesentlich konservativer sind, ist auch ein Zeichen für die Relevanz, die sie dem Thema Digitalisierung und Mitarbeiterqualifizierung beimessen: Als eine Aufgabe, die sie selber können wollen. Das ist die gute Nachricht. Die Herausforderung für viele deutsche Unternehmen: Mitarbeiter mögen den Anforderungen der Digitalisierung gewachsen sein. Das bringt aber wenig, wenn nicht auch die Unternehmensstruktur diesen Anforderungen genüge tut. Mit anderen Worten: Hochkompetente Mitarbeiter bringen wenig, wenn sie durch Silo-Denke innerhalb der Unternehmen in einem abgeschlossenen Bereich vor sich hinarbeiten.

Sie wollen mehr erfahren über Datenanalyse und Digitalisierung in deutschen Unternehmen? Zur aktuellen Studie geht es hier.

Mit Daten Werte schaffen 2017

Big Data beginnt sich auszuzahlen – das ist eines der zentralen Ergebnisse der repräsentativen Studie „Mit Daten Werte Schaffen“, für die KPMG in Zusammenarbeit mit Bitkom Research rund 700 Entscheider aus verschiedenen Branchen und Unternehmensgrößen befragt hat.

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20. September 2017

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