Telekommunikation: Technische Ausstattung ungenügend

Telekommunikation: IT oft zu alt

Vielen Unternehmen fehlen die Voraussetzungen für Big-Data-Lösungen.

Keyfacts über Telekommunikation

  • Branche setzt noch auf alte Infrastruktur.
  • Investitionskosten sind in der Branche hoch.
  • Pilotprojekte können richtungsweisend sein.
Zusammenfassung lesen Studie herunterladen

Zweifelsfrei ist die Telekommunikationsbranche wie keine andere auf Big Data angewiesen. Tatsächlich nutzt die Mehrzahl der Unternehmen diese Möglichkeit der Digitalisierung bereits auch schon. Es gibt allerdings ein Problem: Viele arbeiten mit veralteter Technik.

Das geht aus unserer Branchenauswertung „Big Data geht ins Netz“ hervor. Demnach leiden viele Telko-Unternehmen stark unter den hohen Investitionskosten. „Die Branche zeichnet sich natürlich durch das große Spektrum an benötigter Ausstattung aus – etwa Sendemasten, Systeme oder Netze. Diese Posten sind meist mit hohen Investitionskosten verbunden“, weiß Marc Ennemann, Head of Telecommunications.

Wie Ennemann weiter erklärt, hindern auch die Vorgaben des Gesetzgebers viele Telko-Unternehmen, die vorhandene Ausstattung auszubauen. Laut Ennemann ist Datenschutz in der Branche ein großes Thema in Hinblick auf den Verbraucherschutz, wodurch der Einsatz von Big-Data-Lösungen zusätzlich erschwert wird.

Ennemann über das Dilemma in der Branche: „In der Summe führt das dazu, dass viele Unternehmen eher auf kostenschonende Modelle setzen und weiterhin mit veralteten Strukturen arbeiten. Allerdings sind die Analysemöglichkeiten heute sehr viel weiter.“

Pilotprojekte können richtungsweisend für Branche sein

Für Ennemann sind es besonders die Pilotprojekte, die gerade in der gesamten Republik anlaufen. Sie könnten der Telko-Branche neue Impulse geben: „Telefonica prüft derzeit Möglichkeiten, wie mit Mobilfunkdaten die Luftverschmutzung berechnet werden kann.“ Bislang sei dies immer sehr aufwendig für die Städte gewesen. „Die traditionelle Messmethode wird nun mittels Datenanalyse von mobilen Daten abgelöst. Dazu wird jedoch ein weit ausgebautes Netz von Sendemasten, Messstationen, leistungsstarken Rechnern und Mobile Devices benötigt, die die Daten der Luftverschmutzung übermitteln und verarbeiten können. In Bezug auf die Kosten und gesetzlichen Vorgaben ist dies ein Beispiel dafür, wie Telekommunikationsunternehmen auch profitieren können.“

Am Berliner Bahnhof Südkreuz werden künftig per intelligenter Videoüberwachung kritische Risikoszenen herausgefiltert, die auf Probleme oder Attentate hinweisen könnten. Dies setzt ein großes Netz aus hochauflösenden Kameras sowie leistungsstarke Systeme zur Auswertung voraus. In London wird jeder Londoner beispielsweise täglich 300 Mal von Überwachungskameras erfasst, so gut sei das Netz dort ausgebaut.

Die Stadt Reutlingen versucht sich als eine der ersten in Sachen Vernetzung: „Forscher wollen wissen, welche Daten man in einer Stadt sammeln kann und wofür sie verwendet werden können. Ein wichtiger Teil davon ist, dass sie beispielsweise die Angebote in der Innenstadt vom Laden bis zum Museum, freie Parkplätze und Verkehrsströme anzeigt“, erklärt Ennemann das Projekt.

Der Experte erwarte mit Spannung, welches Telko-Unternehmen das Vorhaben Reutlingens zusammen mit dem Fraunhofer-Institut und der Universität Stuttgart umsetzen wolle: „Es geht für die Telekommunikationsunternehmen also auch darum, das Geschäftsmodell zu erweitern oder gar zu diversifizieren.“

Mit Daten Wertes schaffen Branchenauswertung Telekommunikation: Big Data geht ins Netz

Wer auf Datenanalyse verzichtet, der gefährdet künftig sein Unternehmen. Mit der Studie „Mit Daten Werte schaffen“ zeigen wir jedes Jahr eindrucksvoll, wie gut deutsche Unternehmen die neue Zeit schon angenommen haben. Für 2017 wollten wir einen Schritt weiter gehen und mehr über die einzelnen Branchen wissen.

Jetzt herunterladen
23. Oktober 2017
Zusammengefasst

»Die Branche zeichnet sich natürlich durch das große Spektrum an benötigter Ausstattung aus – etwa Sendemasten, Systeme oder Netze. Diese Posten sind meist mit hohen Investitionskosten verbunden.«

Die Telekommunikationsbranche ist kaum eine andere auf Big-Data-Analysen angewiesen. Doch viele Unternehmen arbeiten noch mit veralteten Strukturen – aus Kostengründen und weil der Gesetzgeber.

Marc Ennemann Partner, Head of Telecommunications
Ganzen Artikel lesen

Kommentare

Wie kann sich die Telekommunikationsbranche kostenschonend erneuern?

*Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht

Das könnte Sie auch interessieren

KPMG verwendet Cookies, die für die Funktionalität und das Nutzerverhalten auf der Website notwendig sind. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie dem Einsatz von Cookies zu, wie sie in der Datenschutzerklärung von KPMG im Detail ausgeführt ist. Schließen