Die weltweit besten Fintechs

Die weltweit besten Fintechs

KPMG stellt sie im Fintech 100 – Leading Global Fintech Innovators Report vor

Keyfacts über Fintechs

  • Der Report porträtiert einhundert Start-ups aus 19 Ländern
  • Die Mehrheit der vorgestellten Unternehmen ist in Amerika angesiedelt
  • Chinas Fintechs sind weltweit führend
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Der deutsche Versicherungs- und Bankensektor ist in Gefahr. Denn einige Start-ups werden den Finanzdienstleistungsbereich gehörig umkrempeln – und allen voran die sogenannten Fintech 100. KPMG hat die weltweit besten Start-ups in diesem Bereich unter die Lupe genommen und stellt sie im Fintech 100 – Leading Global Fintech Innovators Report vor – darunter auch fünf deutsche Unternehmen. Ein deutsches Start-up belegt sogar einen Platz in den Top 10.

Unter die Top 100 haben es jene Unternehmen der Branche geschafft, die sich disruptive Technologien im Finanzbereich am effektivsten zu Nutze machen. „Firmen müssen mit der Zeit gehen und sich neu erfinden, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können. Dabei haben diejenigen Unternehmen, die sich auf modernste Technologien im Bereich der Finanzdienstleistungen berufen, die größten Erfolgsaussichten“, sagt Sven Korschinowski, Experte für Fintechs bei KPMG. Fintech Start-ups sind wendig und setzen auf innovative Technologien im Zahlungsverkehr, während etablierte Geldhäuser weitestgehend ihr konventionelles Geschäftsmodell verfolgen.

Deutsche Fintech-Szene ebenfalls vertreten

Insgesamt haben fünf der Top-100-Unternehmen ihren Sitz in Deutschland, darunter der Kurzzeit-Kreditanbieter Kreditech, der Online-Kreditgeber Spotcap, die Münchener Web 2.0 Bank Fidor Bank, der mobile Girokontoanbieter Number26 sowie der Versicherer Friendsurance. Einzig Kreditech schaffte es auf Platz sechs in die Top 10. Darüber hinaus besitzt das ausgezeichnete Start-up Funding Circle eine deutsche Dependance. Funding Circle ist am deutschen Markt in der Online-Finanzierung von Unternehmenskrediten führend. „Die deutsche Fintech-Szene boomt zwar, ist aber im Vergleich zu London oder USA später gestartet. Jetzt gilt es die strukturellen und vor allem finanziellen Rahmenbedingungen zum Stärken des Fintech-Standorts Deutschland zu schaffen“, so Korschinowski.

Demzufolge ist die Mehrheit der vorgestellten Unternehmen in Amerika angesiedelt – mit insgesamt 40 Fintechs. Danach folgt der EMEA-Wirtschaftsraum, in dem Europa, der Nahe Osten und Afrika mit 20 Fintechs vertreten sind. Davon ausgenommen: Großbritannien. Dort haben 18 Fintechs ihren Firmensitz. Zwölf stammen aus dem asiatischen Raum und das Schlusslicht bilden zehn Unternehmen aus Australien bzw. Neuseeland. Als klassische Hotspots der modernen Finanzdienstleister gelten London und New York, aber auch Sydney.

10 Mrd.

US Dollar haben die Top 100 Fintechs zusätzlich erwirtschaftet.

Vor allem drei Länder in der Top 10

In der geographischen Analyse der Top-10-Fintechs zeigt sich die Dominanz vor allem dreier Länder: der USA – mit drei Unternehmen, China – mit zwei Unternehmen (inklusive der Nummer 1 „ZhongAn“) sowie zwei weiterer Fintechs, die aus Großbritannien stammen. In dem Report wurden quantitativ das Fundraising und das Level der Disruption bewertet. Qualitativ sind Service, Kundenerlebnis und Produktreife beurteilt worden.

Zentrale Erkenntnisse des Reports

1. Funding Boom: Die Top 100 Unternehmen haben insgesamt ein Plus von 10 Milliarden US Dollar erwirtschaftet.

2. Der Fintech-Sektor ist inzwischen global etabliert. Dies zeigt die geographische Vielfalt unserer Top- 100-Unternehmen. Fast jeder Kontinent ist vertreten.

3. Chinas Fintechs sind weltweit führend – sowohl der Gewinner ZhongAn, als auch sieben weitere in der Liste aufgeführten Unternehmen stammen aus China.

4. Auch bei Versicherungen spielen technologisch bedingte Neugründungen eine große Rolle. Beim ersten und zweiten Platz der Liste handelt es sich um Insurance Fintechs. Insgesamt sind sieben Versicherer aufgeführt – im letzten Jahr stand hier noch kein einziges Versicherungsunternehmen.

5. Wechsel vom Disruptor hin zum Enabler – im Vergleich zu letztem Jahr hat sich die Anzahl der Enabler, der Dienstleister für Finanzinstitute, mehr als verdoppelt und ist auf 25 angestiegen.

Noch Luft nach oben

Bei einigen Fintechs gibt es Nachholbedarf: Lediglich ein knappes Drittel der Unternehmen kümmert sich mittelmäßig bis stark um die aktive Einbindung des Nutzers- die volle Punktzahl erreichten hier nur fünf Fintechs. „Gerade innovative, disruptive und moderne Unternehmen sollten sich die Vorteile sozialer Netzwerke nicht entgehen lassen und deren Relevanz nicht unterschätzen“, rät Korschinowski. Knapp die Hälfte der gelisteten Fintechs bietet ihren Service in den Bereichen Bezahlung/Transaktion und Kreditwesen an. Produkte im viel diskutierten Bereich Blockchain, der unter anderem dezentrale Buchungssysteme für die Finanzwelt enthält, sind bisher kaum relevant. Lediglich zwei Unternehmen, die die Blockchain-Technologie nutzen, schafften es unter die Top 100. Nur ein Viertel aller Unternehmen ordnet der Report als Enabler bereits bestehender Finanzdienstleistungen ein. Die Disruptoren dominieren also klar.

12. Februar 2016
Zusammengefasst

»„Jetzt gilt es die strukturellen und vor allem finanziellen Rahmenbedingungen zum Stärken des Fintech-Standorts Deutschland zu schaffen.“«

Die sogenannten Fintech 100 werden den Finanzdienstleistungsbereich gehörig umkrempeln. KPMG hat diese weltweit besten Start-ups in einem Report unter die Lupe genommen - davon haben fünf der Top 100-Unternehmen ihren Sitz in Deutschland. Alle Fintechs haben insgesamt ein Plus von 10 Milliarden US Dollar erwirtschaftet. Führend sind Chinas Fintechs: Der erste Platz, das Unternehmen ZhongAn, stammt aus dem Reich der Mitte.

Sven Korschinowski Partner, Financial Service
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