Gute Geschäfte in fremden Gefilden

Gute Geschäfte in fremden Gefilden

Über InsurTechs in die Bankenwelt

Keyfacts über InsurTech

  • IDie nvestitionen betrugen mehr als 800 Mio. US-Dollar in 2015
  • Das Geschäftsmodell bekam einen Innovationsschub
  • Der Zeitpunkt für Kooperationen ist jetzt günstig
Zusammenfassung lesen

Tatsächlich sorgen Innovationen nicht immer nur für eine Veränderung des Geschäftsmodells, sie sorgen auch dafür, dass branchenfremde Unternehmen neue Märkte betreten. Europas größter Versicherer beteiligt sich jetzt an einem FinTech – ein neues Kapitel der Allianz?

Wie am Montag bekannt wurde, steigt die Allianz bei Simplesurance ein, das hatte das „Handelsblatt“ berichtet. Die Beteiligung soll den Versicherer in Sachen Digitalisierung unterstützen – Simplesurance bietet bei Käufen im Internet gleich die Versicherungen mit dazu an.

„Beim genannten Start-up handelt es sich um ein InsurTech. Diese Grupppierung deckt den Versicherungsbereich ab, InsurTechs gehören auch zu der großen Gruppe der FinTechs“, erklärt Sven Korschinowski.

Die Bereiche des Möglichen

Für den Branchenkenner ist jedoch nicht der Einstieg der Allianz so verblüffend, er sieht vor allem die Chancen, die sich daraus in Zukunft für bislang branchenfremde Unternehmen ergeben. „Die Frage ist doch, was aus diesen Kooperationen werden kann. Stellt man sich vor, die Unternehmen entdecken das Kreditgeschäft für sich und bieten Kreditgebern gleich noch eine Versicherung gegen mögliche Zahlungsausfälle. Das ist natürlich nur ein mögliches Beispiel, bislang alles Fiktion. Vieles wird bald auf jeden Fall möglich sein“, weiß Korschinowski weiter.

831,5 Mio.

US-Dollar wurden allein im ersten Quartal 2015 in Start-ups aus der Versicherungsbranche weltweit investiert.

Große Pläne

Bei der Allianz erwarten sie sich einen großen Innovationssprung des bisherigen Geschäftsmodells: „Die Zusammenarbeit mit einem innovativen Start-up wie simplesurance unterstützt uns dabei, die Bedürfnisse unserer Kunden in einer digitalen Welt jederzeit und überall zu erfüllen“, erläutert Solmaz Altin, Chief Digital Officer der Allianz Gruppe, die Kooperation und das Investment.

Andere Versicherungsspezialisten haben bereits ebenfalls ihre Fühler ausgestreckt. So haben sich die Versicherungsspezialisten von Franke und Bornberg die Zusammenarbeit mit Getsurance gesichert.

Vermutlich ist die Szenerie sogar noch ein Stück weit stärker aufgeheizt als im Bankenbereich. Anfang Juni schriebt das „IT Finanzmagazin“, dass es zu Rangeleien um die besten InsurTechs und deren Geschäftsmodellen komme.

Auch „n-tv“ hat sich den Hype um die InsurTechs angesehen, geht jedoch davon aus, dass viele wieder vom Markt verschwinden würden, weil sie sich zu ähnlich seien.

„Von der Idee bis zur Marktreife ist es eine Stufe, dann muss aber noch der Kunde die Dienstleistung annehmen. Ob das passiert oder eben nicht, ist vorher nicht immer genau prognostizierbar. Wer aber eine gute Idee hat, der sollte sie jetzt in die Tat umsetzen. Denn die Großen im Markt sind offen für neue Vorschläge und interessieren sich für neue Geschäftsmodelle“, erläutert Korschinowski die Situation auf dem Markt.

24. Juni 2016
Zusammengefasst

»Die Frage ist doch, was aus diesen Kooperationen werden kann. Stellt man sich vor, die Unternehmen entdecken das Kreditgeschäft für sich und bieten Kreditgebern gleich noch eine Versicherung gegen mögliche Zahlungsausfälle. Das ist natürlich nur ein mögliches Beispiel, bislang alles Fiktion. Vieles wird bald auf jeden Fall möglich sein«

Ein großerer Versicherer ist unlängst bei einem Berliner Start-up eingestiegen. Das etablierte Unternehmen erhofft sich durch die Kooperationen neue Impulse und Innovationskraft für das Geschäftsmodell. Experte Sven Korschinowski sieht darin derzeit große Chancen, dass Start-ups von diesen Partnerschaften ungemein profitieren können.

Sven Korschinowski Partner, Financial Service
Ganzen Artikel lesen

Kommentare

*Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht

Das könnte Sie auch interessieren

KPMG verwendet Cookies, die für die Funktionalität und das Nutzerverhalten auf der Website notwendig sind. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie dem Einsatz von Cookies zu, wie sie in der Datenschutzerklärung von KPMG im Detail ausgeführt ist. Schließen