Start-ups in China: Erfolgshungrig, ehrgeizig – und vor allem zahlreich

Start-ups in China

Chinesische Neugründungen eifern den Internet-Giganten Alibaba, Baidu und Tencent nach

Keyfacts über Start-ups in China

  • Mobilität auf der Top-Agenda
  • Gründerkultur etabliert sich
  • Baidu, Alibaba und Tencent sind Vorbilder
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Die Start-up-Szene in China hat für Außenstehende in den vergangenen Jahren nahezu unbemerkt enorm an Größe und Einfluss gewonnen. Durch Investitionen von vornehmlich privaten Geldgebern gesellt sich das Land mittlerweile zu den bekannten Start-up-Hochburgen USA und Israel. Die Vorbilder vieler Chinesen sind schnell ausgemacht: Die Internet-Giganten Baidu, Alibaba und Tencent (BAT) lassen die Augen junger Gründer aufleuchten. Viele Unternehmer sind angespornt, wollen Jack Ma, dem Gründer von Alibaba, oder Pony Ma von Tencent nacheifern. Sie stellen sich die berechtigte Frage: „Warum sollte ich eigentlich nicht auch so erfolgreich werden?“

An Venture Capital mangelt es nicht

Die Digitalisierung, die enorme Größe und Dynamik des chinesischen Marktes und die Verfügbarkeit von Kapital haben den privaten Sektor in China stimuliert. 2015 unterstützte die chinesische Regierung Neugründungen im Land mit 231 Milliarden US-Dollar. Geld ist also ausreichend da. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum haben die USA 50 Milliarden US-Dollar in ihre Start-ups investiert, Europa hat 10 Milliarden Euro ausgegeben und Deutschland ganze 2 Milliarden Euro.

Innovationen in China kommen heute aber vermehrt aus dem privaten Bereich. Chinesische Unternehmen sind vielfach führend in Bereichen wie Internet Finance, New Social Media, Artifical Intelligence oder auch Virtual und Augmented Reality. Dagegen entwickeln sich in den Augen vieler Chinakenner die Staatsbetriebe immer mehr zu Wachstumsbremsen.

51

der 203 nicht börsennotierten Unternehmen, die laut CB Insights aktuell mit einer Milliarde US-Dollar oder mehr bewertet werden, kommen aus China. 106 dieser sogenannten Einhörner (engl. Unicorns) kommen aus den USA.

Mobilität ist eines der Top-Themen in China

Abseits der unzähligen Start-ups im Bereich Elektroautos feiern Fahrradvermietungsfirmen wie Xiaoming Danche, Ofo und Mobike große Erfolge. Mit ihren bunten Farben verändern sie das Stadtbild von Peking, Shanghai und vieler anderer chinesischer Städte (bislang 30 an der Zahl). Sie sind eine saubere Alternative im ohnehin überlasteten Stadtverkehr – und dabei sehr erfolgreich: Mobike kann mit mehr als 200 Millionen Fahrtenvermittlungen innerhalb eines Jahres aufwarten. Das Unternehmen hat 300 Millionen US-Dollar von Risikokapitalgebern eingesammelt. Wettbewerber Ofo wird bereits mit über einer Milliarde US-Dollar bewertet.

Chinesische Gründer überraschen mit innovativen Ideen

Wer hätte vor einigen Jahren gedacht, dass man in China Geschäft mit der Vermietung von Fahrrädern machen kann? Ofo und Co. bringen aber nicht nur Räder an die Frau und den Mann, sie sammeln dabei auch jede Menge Nutzerdaten und werten sie aus. Dank der Digitalisierung sind hier neue Geschäftsfelder erschlossen worden, die nicht nur in China funktionieren. Die Gründer haben längst Ambitionen, auch ins Ausland zu expandieren.

Ein funktionierendes Ökosystem, wie es zum Beispiel in Israel existiert, entwickelt sich auch in China. Dieses setzt sich aus verschiedenen Teilen zusammen, die sich gegenseitig beflügeln und ergänzen: Da wäre zum einen die universitäre Forschung und der persönliche – vom Staat geförderte – Drang der jungen Menschen nach Innovation. Dazu kommen die finanzielle Unterstützung von öffentlicher Hand und Privatsektor sowie die gute technische Infra- und Internetstruktur. Dieser Mix ist es, der noch viele weitere innovative Unternehmen in China entstehen lassen wird. Die Zeit neigt sich dem Ende, in der das Land lediglich für die Qualität seiner Kopien bekannt war.

Sie wollen mehr über die chinesische Innovationskraft erfahren? Dann lesen Sie hier weiter: „The changing landscape of disruptive technology – Global Technology Innovation Hubs“.

05. Juli 2017
Zusammengefasst

»Innovationen in China kommen heute aber vermehrt aus dem privaten Bereich. «

Die chinesische Start-up-Szene hat für Außenstehende in den vergangenen Jahren nahezu unbemerkt enorm an Größe und Einfluss gewonnen. Die Internet-Giganten Baidu, Alibaba und Tencent (BAT) lassen die Augen junger Gründer aufleuchten. Viele Unternehmer sind angespornt, wollen Jack Ma, dem Gründer von Alibaba oder Pony Ma von Tencent nacheifern.

Andreas Feege Partner, Audit, Leiter Country Practice China
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Kommentare

Wann investieren Sie in ein chinesisches Start-up?

Kommentar von Trung, Nguyen
11. Juli 2017 | 12:21 Uhr

Investitionen in China ist gut nach meiner Meinung

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