Was über die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen entscheidet

Future Readiness Index 2019: Das denken deutsche Unternehmen über die kommende Zeit

Keyfacts

  • Deutsche Unternehmen unterschätzen die globalen Herausforderungen.
  • Unsere Befragung zeigt, dass Firmen vor allem in strategische Wachstumsfelder investieren.
  • Die Zukunftsfähigkeit deutscher Unternehmen hängt maßgeblich von den Themenbereichen Geopolitik, Nachhaltigkeit und Technologie ab.
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Mattias Schmelzer
  • CMO, Mitglied des Vorstands, Regionalvorstand Hamburg
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Internationale Krisen, protektionistische Handelspolitik oder dynamische Technologieentwicklung. Das ist nur eine Auswahl an Themen, die die Zukunftsfähigkeit deutscher Unternehmen derzeit auf die Probe stellen. Wie wirkt sich das auf die Stimmung in den Firmen aus, welche Schwerpunkte setzen sie bei Investitionen, und welche Themen rücken sie in den Mittelpunkt? Diese Fragen werden in unserem Future Readiness Index beantwortet, der die Zukunftsfähigkeit deutscher Unternehmen misst.

Der schwindende Optimismus ist nicht überraschend

Unsere Befragung unter mehr als 600 Unternehmen zeigt, dass mit 58 Prozent der größte Teil nach wie vor positiv gestimmt auf die kommende Zeit blickt. Aber der Optimismus schwindet, denn das sind zehn Prozentpunkte weniger als noch vor einem Jahr. Der Rückgang ist angesichts weltweit eingetrübter Konjunkturprognosen und schwelender Handelskonflikte wenig überraschend.

Klarer Kundenfokus

Auch wenn die Optimisten auf dem Rückzug sind, liegt der Fokus der Unternehmen weiter auf Wachstum. Ein positives Signal. Sie setzen dabei auf das Prinzip, bestehende Stärken weiter auszubauen. Die Bedienung der Kundenbedürfnisse hat bei den Investitionen weiterhin oberste Priorität. Die deutschen Unternehmen sehen sich bei diesem Thema ausgesprochen gut aufgestellt und steigern sogar leicht die ohnehin schon deutliche Investitionspriorität auf nunmehr 85 Prozent.

Investitionen müssen auf den Prüfstand

Ein großer Werttreiber für Unternehmen ist der kluge Einsatz von Technologie. Deutsche Unternehmen schätzen dabei ihren Reifegrad hoch ein. Ohne Frage: Der technologische Reifegrad ist für ein Unternehmen enorm wichtig. Er ist aber nur eines von drei erfolgsentscheidenden Themen. Nachhaltigkeit und Geopolitik sind die anderen. Hier zeigt sich, dass das Thema Nachhaltigkeit von den befragten Unternehmen zwar als eine der größten Herausforderungen gesehen wird. Bei den Investitionsschwerpunkten rückt es jedoch eher weiter nach hinten. Und nur 18 Prozent der Unternehmen investieren mit hoher Priorität in die Anpassung an weltwirtschaftliche Veränderungen. Das ist zu wenig. Aus meiner Sicht unterschätzen die Unternehmen den Handlungsbedarf gegenüber den sich schnell wandelnden Rahmenbedingungen in der Weltwirtschaft.

Wie sich geopolitische Krisen auswirken

Die Auswirkungen geopolitischer Risiken erleben wir zurzeit an den internationalen Rohstoffmärkten. Der sprunghafte Anstieg der Ölpreise nach den Drohnenangriffen in Saudi-Arabien verdeutlicht, wie sensibel Märkte auf Störungen reagieren. Aber nicht nur die schwankenden Rohstoffpreise und die Spannungen im Nahen Osten, sondern auch Sanktionen und protektionistische Strafzollmaßnahmen nehmen Einfluss auf die Versorgungssicherheit und Absatzchancen vieler Unternehmen.

Der verlässliche Nachschub an Rohstoffen ist beispielsweise für die chemische Industrie essenziell. Preisschwankungen schlagen sowohl auf die Margen der Chemieunternehmen als auch mittelfristig auf ihre Investitionsentscheidungen durch. Um Rohstoffengpässe zu vermeiden, wird weiterhin besonders auf eine Diversifizierung der Zulieferernetzwerke geachtet. Deutlich wird dies auch bei den global agierenden Unternehmen der Fertigungs- und Automobilindustrie mit ihren häufig weltumspannenden Wertschöpfungsketten. Die Auswirkungen von Handelskonflikten, Exportzöllen oder Lieferantenausschlüssen auf international verflochtene Lieferketten können erheblich sein. Bestehende Kooperationen und Lieferantenbeziehungen können gefährdet oder gar unterbrochen werden.

 Wer wettbewerbsfähig bleiben will …

…, sollte Geopolitik, Nachhaltigkeit und Technologie in den Mittelpunkt stellen. Ich bin überzeugt, dass diese drei Themen in ihrer Interdependenz in den kommenden Jahren maßgeblich bestimmend sein werden dafür, wie zukunftsfähig deutsche Unternehmen sind. Das gilt unabhängig von der Branche, in der ein Unternehmen beheimatet ist.

Mattias Schmelzer
  • CMO, Mitglied des Vorstands, Regionalvorstand Hamburg
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Future Readiness Index 2019

Wie zukunftsfähig sind deutsche Unternehmen? Welche Investitionen, Trends und Herausforderungen stehen ganz oben auf ihrer Agenda? Erfahren Sie es in unserem Future Readiness Index.

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