Wozu wir Data Governance brauchen

Mit Strukturen, Spielregeln und der richtigen Strategie Geld verdienen

Keyfacts

  • Data Governance ist nicht Bürokratie
  • Data Governance ermöglicht Strategie
  • Daten strategisch nutzen
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Marco Pazzaglia
  • Leiter Country Practice Italien
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Von wegen Bürokratie. Wer mit seinen Daten auf lange Sicht Geld verdienen will, braucht drei Dinge: Strukturen, Spielregeln und die richtige Strategie. Das geht nur mit Data Governance.

Wer seine Daten nachhaltig monetarisieren will, muss prozessuale Strukturen einhalten. Das Ziel: Informationen zu generieren. Aus diesen wiederum lässt sich Wissen erzeugen und ein quantifizierbarer Mehrwert ableiten.

Doch das allein reicht nicht. Es braucht Spielregeln, die einen ordnungsgemäßen Umgang mit den Daten gewährleisten.

Data Governance ist keine überflüssige Bürokratie – sondern essenzieller Baustein im digitalen Darwinismus.

Ich erlebe immer wieder, dass Data Governance als Feigenblatt missbraucht wird, um den Vorwurf eines Organisationsverschuldens zu vermeiden.

Doch echte Data Governance-Programme dienen mehr als nur der reinen Exkulpation der Entscheidungsträger. Sie bilden das Fundament für ein erfolgreiches Geschäftsmodell und die Wertschöpfung im New Normal.

Unterschiedliche Interessen führen zu einer Eigendynamik bei den Prioritäten.

Auf der einen Seite: Die Datenproduzenten wie die IT, das Rechnungswesen, der Vertrieb oder das Marketing. Auf der anderen Seite: Die Datenkonsumenten wie der Vorstand, die Geschäftsführung in der Linie, das Controlling.

Ich halte es deshalb für wichtig, in der unternehmenseigenen Digitalstrategie die richtige Balance zwischen Datenproduzenten und -konsumenten zu finden.

Wer Data Governance nachhaltig einsetzen will, um den Unternehmenswert „Daten“ zu erhalten, der braucht relevante Richtlinien.

Leitplanken für den ordnungsgemäßen Umgang mit Daten: Regulatorische Vorgaben wie Basel II, Solvency II, Dodd-Frank Act oder FINRA. Dazu kommen Privatsphäre, Markenreputation oder vertragliche Rahmenbedingungen.

Mit einer ausgewogenen Data Governance können Unternehmen ihre Daten optimieren, schützen und nutzbar machen – stets im Einklang mit den Zielen der unterschiedlichen Unternehmensbereiche wie Marketing, Vertrieb, Recht, Personal oder internes und externes Rechnungswesen.

Neue Data Governance-Programme haben ihre Anfänge oft in der IT.

Unternehmen, die gewandt im Umgang mit der Digitalisierung sind, haben zuvor Data Governance-Programme mit einem Planungshorizont von 12 bis 18 Monaten durchlaufen.

Die Erfahrung in der Praxis zeigt allerdings, dass diese neuen Data Governance-Programme erst in den regelmäßigen Geschäftsbetrieb übergeleitet werden müssen, um nachhaltig Wirkung zu entfalten.

Data Governance-Programme definieren auch das Spielfeld des CDO.

Auf diesem Spielfeld finden sich für den CDO herausfordernde und in ihrer Komplexität nicht zu unterschätzende Themen: Die Lebenszyklen von Informationen, die Daten-Integration und ihre Schnittstellen, Datensicherheit und Datenschutz, Metadaten-Management, Stammdatenmanagement, Daten-Modellierung und -Lagerung sowie unternehmenskritische Datenbestandteile.

Derartige Programme ermöglichen es Entscheidern in Unternehmen, die zuvor aufgeworfenen Fragen ihrer Stakeholder zu beantworten.

1. Wie organisieren wir den verantwortungsbewussten Umgang mit Daten?

2. Wie steuern wir die Verantwortung für Daten im Unternehmen?

3. Wie setzen wir Technologie wirksam und vor allem intelligent ein, um schnell wachsende, sich agil verändernde Datenströme reaktionsschnell in Informationen zu transferieren und Wissen zu generieren?

4. Wie führen wir Daten-Richtlinien, -Standards und Prozesse ein?

5. Wie überwachen wir die Konformität zu den eingeführten Daten-Richtlinien, -Standards und Prozessen?

6. Wie verschaffen wir der Einhaltung von nachhaltigen Daten-Richtlinien, -Standards und Prozessen Geltung?

Zukünftig müssen Entscheider im Unternehmen ihren Stakeholdern darauf Rede und Antwort stehen. Externe Erfahrung und der neutrale, kritische Blick eines Dritten helfen, Data Governance-Programme effektiv und effizient in den betrieblichen Alltag zu überführen.

Marco Pazzaglia
  • Leiter Country Practice Italien
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