Quelle: KPMG in Deutschland, 2026
In der Praxis zeigt sich, dass Reporting-Lösungen häufig bereits nach kurzer Zeit messbaren Nutzen liefern. Sie reduzieren Nacharbeiten und externe Prüfleistungen, verringern das Risiko regulatorischer Abweichungen – und häufig amortisieren sie sich schnell. Gleichzeitig entsteht Freiraum für strategische Aufgaben wie die Integration von ESG-Daten in die Banksteuerung und das kontinuierliche Monitoring zentraler ESG-Kennzahlen. So entwickelt sich Reporting von einer reinen Pflicht zur aktiven Steuerungskomponente.
Vielfältiger Markt, hohe Anforderungen an die Auswahl
Der Markt für ESG-Reporting-Tools ist breit und heterogen. Anbieter unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Funktionalität, Workflow-Automatisierung, Audit-Trail, regulatorischer Konformität sowie Anforderungen an IT-Sicherheit und Schnittstellen. Für eine erfolgreiche Einführung ist zudem die enge Zusammenarbeit aller relevanten Fachbereiche entscheidend. Diese Vielfalt an Lösungen und Anforderungen macht die Auswahl komplex: Entscheidend ist eine Lösung, die klare Governance-Strukturen unterstützt und sich nahtlos in bestehende Prozesse integrieren lässt.
Warum digital gestütztes ESG-Reporting jetzt strategisch relevant bleibt
Auch wenn ESG zeitweise weniger Aufmerksamkeit erhält, bleibt das Thema für die Aufsicht und damit auch für die Banksteuerung zentral. Regulatorische Anforderungen zielen zunehmend auf eine konsistente, nachvollziehbare und institutionell verankerte Behandlung von Nachhaltigkeitsaspekten. Genau hier zeigen sich bei vielen Instituten erhebliche Lücken.
Manuelle Prozesse, dezentrale Datenerfassung und fehlende systemgestützte Kontrollen sind unter diesen Bedingungen nicht mehr tragfähig. Erste Prüfungen zeigen bereits, dass durchgängige Freigabestrecken, dokumentierte Verantwortlichkeiten und belastbare Governance-Strukturen mangelhaft sind. Institute, die diese Anforderungen nicht erfüllen, müssen mit zunehmenden Prüffeststellungen, zusätzlichen Datennachlieferungen und einem erhöhten Revisionsaufwand rechnen.
Ein strukturiertes, digital unterstütztes ESG-Reporting reduziert den manuellen Aufwand deutlich, senkt Fehlerquoten und verkürzt Durchlaufzeiten spürbar. Validierungen erfolgen automatisiert, Abstimmungen werden nachvollziehbar und die Konsistenz zwischen Risiko-, Kredit- und Nachhaltigkeitsdaten steigt messbar. Damit verbessert sich nicht nur die Vorbereitung auf Prüfzyklen, sondern auch die Widerstandsfähigkeit gegenüber neuen regulatorischen Anforderungen – und das ESG-Reporting wird vom Pflichtprogramm zum echten Stabilitäts- und Leistungsfaktor für die Gesamtbank.
Dieser Text entstand unter Mitwirkung von Sofiène Cherif und Anna Goldmann.