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Ökosysteme - Zusammen erfolgreich im Netzwerk

Die Relevanz von digitalen Ökosystemen bei Versicherern

Das Buzzword „Ökosystem“ ist in aller Munde und wird oftmals als Lösungsansatz für Versicherer gesehen, um die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden ganzheitlich zu erfüllen.

Doch wo stehen Versicherer heute und wie wird eine unternehmensübergreifende Zusammenarbeit geschaffen? Fragen, die im Rahmen eines Workshops zusammen mit dem InsurLab Germany e.V., FintecSytems und KPMG diskutiert wurden.

Versicherer haben bestehende Ökosysteme, allerdings häufig in Form von bilateralen Kooperationen

Ein Ökosystem umfasst die Gesamtheit aller Partner, mit denen ein Unternehmen zusammenarbeitet, um bestmögliche Produkte und Dienstleistungen für seine Kundinnen und Kunden anzubieten. Die Zusammenarbeitsform kann hierbei unterschiedlich gestaltet sein und hat sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt. Die Form der „bilateralen Kooperationen“ ist dabei die etablierte am Markt. Versicherungsunternehmen kooperieren mit Partnern, um weitere Potenziale entlang der Wertschöpfungskette zu realisieren. Zum Beispiel werden Vertriebskooperationen oder Kooperationen im Schadenmanagement geschlossen, um die Wertschöpfung innerhalb jedes Bereichs zu steigern.

Können Versicherer Plattform-Aggregatoren sein?

Als weitere Ausbaustufe der Zusammenarbeit sind „Plattformen“ zu nennen. Seit einigen Jahren sind digitale Plattformen im Trend, getrieben durch erfolgreiche Geschäftsmodelle von Amazon, Netflix und Co. Die Wertschöpfung erfolgt zentriert auf der Plattform, wobei der Plattformbetreiber – wir sprechen hier von dem Aggregator – über das Ökosystem bestimmt. Das heißt der Aggregator entscheidet darüber, welche Anbieter beziehungsweise Produktgeber zu welchen Konditionen am Plattform-Geschäftsmodell teilnehmen. Des Weiteren steuert der Aggregator die Qualität und den Umfang der Services.

Mit Blick auf den Versicherungsmarkt ist sich die Diskussionsrunde einig: Versicherer im deutschen Markt streben aktuell häufig die Rolle des Produktgebers an, statt als Aggregator eine eigene Plattform zu betreiben. Dennoch gibt es Beispiele am Markt, bei denen Versicherer eigene Plattformen beispielsweise rund um die Themen „Wohnen“ oder „Gesundheit“ aufbauen. Auch die Workshop-Teilnehmenden sind der Meinung, dass Versicherer das Potenzial haben, eigene Plattformen aufzubauen. Insbesondere werden die vorhandenen Daten als gute Startposition gesehen – sofern diese eine entsprechende Qualität vorweisen. In diesem Zusammenhang ist auch zu betonen, dass diese Art des Geschäftsmodells ein Paradigmenwechsel für die Organisation eines Versicherers darstellt und ein entsprechendes Change-Konzept erforderlich ist. Gleichermaßen ist ein Governance-Konzept, welches die Zusammenarbeit mit weiteren Anbietern regelt, erfolgsentscheidend. In diesem Zusammenhang müssen folgende Fragen geklärt werden:

  • Wie ist das notwendige Governance-Modell ausgestaltet, zum Beispiel Organisations-Design, Entscheidungswege, Wahlrecht?
  • Wie sieht das Anreiz- und Erlösmodell aus?
  • Was ist das Ökosystem-Finanzierungsmodell?
  • Welche rechtlichen Rahmenbedingungen stehen im Fokus in Anbetracht der vorhandenen Zielsetzung?
  • Welche Design Principles bilden die Basis für die Kooperationsvereinbarung oder die rechtliche Einheit?

Dezentrale Netzwerke als Weiterentwicklung des Plattform-Ansatzes

Am Markt zeigt sich eine weitere Form der Zusammenarbeit: „Dezentrale Netzwerke“. Diese Zusammenarbeitsform wird im Rahmen der Decentralized-Finance-Bewegung weiter gefördert. Grundsätzlich sind dezentrale Netzwerke mit inkrementellen Innovationsprozessen am Markt allerdings noch vergleichsweise selten vertreten. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sich die Anbieter eigenständig zur Teilnahme entscheiden. Des Weiteren werden die Einstiegskriterien einheitlich für alle Beteiligten definiert und die Leistungen des Plattform-Betreibers stehen nicht ausschließlich im Mittelpunkt.

Drei wesentliche Verschiebungen in der Form der Zusammenarbeit sind erkennbar je weiter man sich Richtung Netzwerke bewegt:

  • Von Ressourcen-Kontrolle zu Ressourcen-Orchestrierung
  • Von interner Optimierung der Wertschöpfungskette zur Förderung von externen Interaktionen
  • Vom Fokus auf den Kundenwert zum Fokus auf den Wert des Ökosystems

Die Diskussion zeigte, Ökosysteme aufzubauen, erfordert strategische Entscheidungen und stellt die Partner vor unterschiedliche Handlungsoptionen und Herausforderungen. Doch mit einer klaren strategischen Ausrichtung bietet sich für Versicherer die Chance, sich zu einem spürbaren Servicepartner zu entwickeln, der seine Kund:innen versteht und durch ganzheitliche Angebote passend zu ihren Lebenssituationen unterstützt.

 

Weitere Details zu Ökosystemen

Weiterführende Informationen und Impulse bietet unsere Präsentationsunterlage. Diese und ein kurzes Video für einen schnellen Überblick gibt es hier.

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Die Digitalisierung hat in vielen Branchen dazu geführt, dass Kundinnen und Kunden zunehmend personalisierte Produkte und Services angeboten werden. Über digitale Kanäle haben sie zudem die Möglichkeit, von überall und jederzeit auf diese Angebote zugreifen zu können.

Es ist inzwischen normal, dass Waren mit einem Klick bestellt und noch am selben Tag geliefert werden oder dass  – basierend auf dem Nutzungsverhalten  – individualisierte Musik- und Filmvorschläge unterbreitet werden. Kunden erwarten, dass ihre persönlichen Bedürfnisse berücksichtigt werden. Auch für Finanzinstitute ist das Erfüllen individueller Kundenwünsche ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Die Optimierung der Customer Journey ist dabei eine große Chance, sich vom Wettbewerb zu differenzieren und bei der Kundschaft zu punkten.

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