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Regulatorisches Fondsreporting im Asset Management

Wie Investmentfonds unter wachsenden regulatorischen Anforderungen attraktiv bleiben

Keyfacts

  • Investmentfonds haben eine Vielzahl steuerlicher und anderer regulatorischer Meldepflichten zu erfüllen
  • Die Bedeutung des regulatorischen Reportings ist insbesondere durch die steigenden Anforderungen an Banken und Versicherungen in den letzten Jahren gewachsen
  • Durch die Bereitstellung entsprechender Reportings kann die Attraktivität der Investmentfonds für diese Investorengruppen gesteigert werden

In den vergangenen Jahren hat die Anzahl der Meldepflichten, die Investmentfonds sowohl im steuerlichen Bereich unter dem Investmentsteuergesetz bis 2017 sowie ab 2018 auch in weiteren regulatorischen Bereichen erfüllen müssen, teils stetig zugenommen. Während bei steuerlichen Reportings die Ermittlung steuerlicher Kennzahlen zur Vorlage durch die Investmentfonds bei der Finanzverwaltung im Vordergrund steht, werden aufsichtsrechtliche Reportings meist vom Versicherungs- oder Bankanleger beim Investmentfonds angefragt. In diesem Artikel geben wir einen Überblick über die Relevanz regulatorischer Reportings für Investmentfonds und zeigen auf, wie wir durch unsere langjährige Erfahrung in diesem Bereich Mandanten unterstützen.

In den vergangenen Jahren wurden Banken und Versicherungen mit neuen regulatorischen Anforderungen konfrontiert. Dabei geht es insbesondere um die Überwachung der Risiken ihrer Investments und die Ermittlung der notwendigen Eigenkapitalquote. Versicherungen müssen zum Beispiel durch die Solvency-II-Verordnung mindestens über ein verfügbares Eigenkapital in Höhe der Solvabilitätskapitalanforderung verfügen. Auch Banken müssen nach der Capital Requirements Regulation (CRR) sicherstellen, dass sie genügend Eigenmittel zur Verfügung haben.

Gleichzeitig werden Investments in Investmentfonds zunehmend wichtiger als Anlagevehikel von Banken und Versicherungen. Damit diese Investorengruppen sicherstellen können, dass ihre Investments den regulatorischen Anforderungen entsprechen, müssen auf Ebene der Investmentfonds Reportings erstellt werden, die die Portfolien unter jeweils unterschiedlichen Aspekten analysieren. Es ist notwendig, zunächst durch den sogenannten „Look-through“ Approach eine Auswertung der vom Investmentfonds gehaltenen Vermögenswerte nach dem jeweiligen Regelwerk vorzunehmen, um diese dann auf Ebene der Banken und Versicherungen weiter verarbeiten zu können. Hier kommen insbesondere die gängigen Reportings wie VAG, Solvency II, GroMiKV, CRR und KSA und Solva in Betracht, für die die Branche größtenteils standardisierte Reportingformate implementiert hat. Die Bereitstellung dieser Reportings ist für Investmentfonds insbesondere wichtig, um für ihre institutionellen Anleger weiterhin attraktiv zu bleiben. Diese können ihre Offenlegungspflichten ohne die jeweiligen Reportings nicht erfüllen. Nur die Investmentfonds können für ihre Anleger Daten im Rahmen der Durchschau durch die Fondsportfolien zur Verfügung stellen.

Für Investmentfonds gibt es zudem eigene Reportinganforderungen, die für den Investmentfonds selbst erfüllt werden müssen. Seit Anfang 2018 müssen beispielweise durch die MiFID-II-Verordnung Investmentfonds, die unter diese Verordnung fallen, unabhängig von der Art ihrer Investoren bestimmte Informationen zur Verfügung stellen. Dabei steht der Anlegerschutz durch die verpflichtende umfängliche Bereitstellung von Informationen noch vor dem Kauf von Anteilen im Fokus. Die Informationen, die vom Investmentfonds bereitzustellen sind, wie zum Beispiel die laufenden und die einmaligen Kosten des Investmentfonds, werden im sogenannten EMT (European MiFID Template) zusammengefasst. Dieses ist grundsätzlich nicht nur in Deutschland, sondern europaweit Standard.

Die Anforderungen an das Investmentfondsreporting sind hoch. Ein geregelter Reportingprozess ist jedoch unerlässlich, um unter anderem große Investorengruppen wie Banken und Versicherungen nicht zu verlieren sowie neue Investoren zu gewinnen. Durch unsere langjährige Erfahrung im Asset Management, durch die wir uns mit den Besonderheiten unterschiedlicher Investmentfondstypen auskennen und auch die dahinterstehenden Vermögenswerte unter verschiedenen Gesichtspunkten analysiert haben, war es für uns nur ein logischer Schritt, neben den steuerlichen Reportings auch den Bereich der Regulatory Reportings zu vertiefen. Durch den Einsatz eigener Softwarelösungen aus dem Bereich künstliche Intelligenz und Machine Learning sind wir auch hier auf dem neuesten technischen Stand. Dies ermöglicht uns eine zügige Erstellung von Reportings auf sehr hohem Niveau. Dafür arbeiten in unserem Team nicht nur Spezialisten aus dem steuerlichen und regulatorischen Bereich, sondern auch zahlreiche Kollegen mit MINT-Abschlüssen. Als interdisziplinäres Team können wir so alle Anforderungen effizient umsetzen. Oft können wir zudem Synergien nutzen, wenn wir nicht nur den regulatorischen Bereich betreuen, sondern auch das steuerliche Reporting. Durch unsere über viele Jahre optimierten Prozesse verstehen wir aber in jedem Fall das Anforderungsprofil des Anlegers bzw. Investmentfonds umgehend und können die nötigen Reportings innerhalb kurzer Zeit zur Verfügung stellen. Mit diesem Service bieten wir Kapitalverwaltungsgesellschaften einen auf ihre sowie die Bedürfnisse ihrer Anleger zugeschnittenen Reportingprozess.

In naher Zukunft zeichnen sich im regulatorischen Bereich weitere Veränderungen ab: Die CRR II wird voraussichtlich ab Mitte 2021 in Kraft treten und kann die zu erfüllenden Mindestanforderungen für Investmentfonds zusätzlich erhöhen. Außerdem werden in Zukunft die sogenannten PRIIPs-KIDs (Key Investor Documents), die basierend auf der Packaged-Retail-and-Insurance-based Investment-Products-Verordnung für Publikumsfonds zu erstellen sind, voraussichtlich ab 2022 verpflichtend. Wir sind gespannt, welche Veränderungen sich in Zukunft noch ergeben und freuen uns, unseren vollumfänglichen Service in diesem Bereich weiter auszubauen.

 

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