Prozessoptimierungen und Automatisierung

Schlankere Prozesse: Digitale Plattformen vereinfachen M&A

Den Digitalisierungsschub durch Covid-19 nutzen

Die Suche nach geeigneten Investoren und lukrativen Kaufobjekten ist ein aufwendiger Prozess. Der Kreis potenzieller Interessenten wird abgesteckt, Verkaufsdokumente und Vertraulichkeitsvereinbarungen werden erstellt und meistens eine ausführliche Due-Diligence durchgeführt. Bis ein passender Käufer gefunden ist und die Verträge final verhandelt sind, vergehen Monate.

Mit den internen und externen Transaktionsteams beider Seiten wird der Kreis der Beteiligten schnell sehr groß und komplex. Dabei bietet die Digitalisierung ein enormes Potenzial für Transaktionen: Eine digitale end-to-end gedachte M&A-Plattform basiert auf künstlicher Intelligenz (KI), kombiniert verschiedene Tools und könnte den gesamten M&A-Prozess einfacher und effizienter gestalten.

Effizient und digital: M&A-Prozess als Plattformlösung

Die M&A-Plattform der Zukunft sollte offen sein für alle Beteiligten wie Verkäufer, Investoren, Banken, Steuerberater, Juristen, M&A-Berater, ja sogar Wettbewerber. Sie erleichtert die Zusammenarbeit aller Parteien über eine einfach zugängliche webbasierte Plattform.

Von der Vorauswahl potenzieller Investoren durch smarte Algorithmen, über das Erstellen und Versenden von Unterlagen, bis hin zu automatisiert ablaufenden Q&A-Runden und interaktiveren Managementmeetings lassen sich viele bisher manuelle Schritte dort auf das aktuell technisch mögliche Digitalisierungslevel heben. Bei Q&A-Runden könnte die Plattform basierend auf den bereitgestellten Daten beispielsweise Vorschläge für Antworten vorbereiten.

Zusätzlich könnte die Plattform eine Art Marktplatz für verschiedene Akteure sein. Der Verkäufer könnte benötigte Services dort wie bei einem Baukasten zusammenstellen – zum Beispiel von M&A-Transaktionsberatern, Rechtsberatern oder der für die Kommunikation der Equity-Story benötigten Kreativagentur.

Vorteile für alle Beteiligten

Eine solche M&A-Plattform brächte allen Beteiligten – Verkäufern, Käufern und Beratern – Vorteile. Der Verkäufer erhält Zugang zu einem größeren Investorenkreis, wodurch die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Verkaufs steigt. Auch das Verhandlungspotenzial steigt mit zunehmender Anzahl potenzieller Investoren. Und automatisierte Abläufe beschleunigen den gesamten Prozess. Der Investor profitiert, indem er Zugang zu deutlich mehr Übernahmeobjekten erhält. In Anbetracht der Tatsache, dass Investoren oft mehrere Übernahmeobjekte gleichzeitig verfolgen, sind schlanke Prozesse ein Pluspunkt.

Um Eines aber klarzustellen: Die Plattform bringt erhebliche Erleichterungen für alle Beteiligten. Dennoch ist und bleibt die Suche nach dem passenden Käufer oder Übernahmeobjekt ein Prozess, der menschliches Gespür, Urteilsvermögen und einen regen Austausch erfordert. Keine noch so ausgetüftelte Plattform kann das ersetzen. M&A bleibt ein „people business“.

Das Momentum der Digitalisierung nutzen

Obwohl einzelne Bausteine einer lernenden M&A-Plattform wie der virtuelle Datenraum, smarte Investorendatenbanken oder Videokonferenzen vorhanden sind, existiert sie noch nicht als Komplettangebot. Und ja, sie aufzubauen erfordert einen enormen Aufwand von allen Seiten. Beispiele aus anderen Branchen beweisen aber, dass Bedenken wie Datenschutz oder IT-Sicherheit zwar berechtigt, aber keine unüberwindbaren Hürden sind. Das erzwungene Homeoffice während der Corona-Pandemie hat gezeigt, dass dank der Digitalisierung in Sachen Kommunikation, Datenaustausch und Projektzusammenarbeit deutlich mehr möglich ist, als viele sich zuvor vorstellen konnten. Es gilt, das Momentum zu nutzen. Die Zeit ist reif.

Vielen Dank an Alexander Schäfer als Co-Autor und die fachliche Begleitung.

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Die digitale Transformation bewegt die Finanzwelt derzeit wie kaum ein anderes Thema. Um auch in Zukunft konkurrenzfähig zu bleiben, ist die Modernisierung aller zentralen Prozesse von Finanzinstituten unerlässlich. Gleichzeitig bietet die rasante digitale Entwicklung zahlreiche Chancen für die Schaffung neuer Geschäftsprozesse, wie sie noch vor Kurzem kaum denkbar waren. Dank Analytics bzw. Mining, Automatisierung, Robotics und künstlicher Intelligenz lassen sich Arbeitsabläufe wirtschaftlicher gestalten, als es jemals zuvor möglich war. Hinzu kommen aktuelle Trendtechnologien wie Blockchain, Cloud-Computing oder das Internet der Dinge, die nicht mehr nur in der FinTech-Szene, sondern für die gesamte Finanzindustrie wesentlich sind.

Aus diesem Grund hat KPMG verschiedenste Kompetenzen unter einem Dach gebündelt, um Ihnen einen vollumfänglichen Service auf all diesen Gebieten anbieten zu können.

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