Das war die KPMG RegTech-Konferenz 2026

Ein Jubiläum: Echtzeit-Compliance, KI und KYC prägten das fünfte Treffen der Community.

Keyfacts:

  • Es ist ein kleines Jubiläum: Bereits zum fünften Mal traf sich im April 2026 die RegTech Community in Frankfurt am Main.
  • Die KPMG RegTech-Konferenz bot erneut den Rahmen für den Austausch über technologische Neuerungen und die Zukunft der regulatorischen Compliance.
  • Neben einem Bauplan für die KI-gestützte Bank gab es konkrete Lösungsansätze im Kampf gegen Finanzkriminalität und für Echtzeit-Compliance.

Kriminelle adaptieren neue Technologien schnell, sie handeln international und gehen arbeitsteilig vor – der Kampf gegen Geldwäsche, Betrug und andere Formen der Finanzkriminalität treibt Banken, Aufsicht und Anbieter von technologischen Lösungen daher gleichermaßen um.  

Einmal im Jahr kommen sie in Frankfurt bei der KPMG RegTech-Konferenz zusammen, um sich über innovative Wege auszutauschen, die kriminellen Machenschaften einen Riegel vorschieben – und die Effizienz in der Compliance erhöhen. 

Der Tag im April ist zu einem festen Termin im Kalender der RegTech-Community in Deutschland und Europa geworden: Die KPMG RegTech-Konferenz bringt Verantwortliche aus etablierten Finanzinstituten, von der Aufsicht und von Fintechs zusammen. Das Ziel ist eine Verbindung von Regulierung, Geschäft und Innovation – und der Tag wird so zum Schubgeber für die Transformation der Compliance-Funktion im Finanzsektor. 

„Fintechs – die vierte Säule des deutschen Bankenmarktes“ 

„Viele sagen: Fintechs sind tot – aber das ist die wohl größte Fehleinschätzung über den europäischen Fintech-Markt.“ Diese Worte von Marcus Mosen, Mitglied des Vorstands bei der N26, blieben aus dem Gespräch mit KPMG-Gastgeber Timo Purkott wohl besonders im Gedächtnis. „Nach meiner Beobachtung gibt es immer wieder neue Ideen, vor allem KI-getriebene – und das wird den Finanzsektor noch sehr verändern.“  

Mosen findet, dass „europäische Komplexität zu lange mit europäischer Schwäche verwechselt“ wurde. Der Markt sei gereift und Fintechs seien „die vierte Säule des deutschen Bankenmarktes“ – neben den Sparkassen und den genossenschaftlichen und privaten Instituten. Er sieht Exzellenz in der Compliance als ein echtes Differenzierungsmerkmal und fordert mehr Mut zu Innovation und Austausch. Dazu gab es bei der KPMG RegTech-Konferenz ausreichend Gelegenheit.

 

Moderatorin Katrin Wittek (KPMG) zusammen mit den Gastgebern Torsten Jurisch und Timo Purkott (beide KPMG)

Marcus W. Mosen, Mitglied des Vorstands der N26 SE, gab einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Fintech‑Sektor.

In ihrem Impulsvortrag ordnete Dr. Zora L. Hauser, Research Fellow am Institute of Criminology der University of Cambridge, aktuelle Ansätze zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität ein.

Auditorium in der Frankfurt School of Finance and Management bei der KPMG RegTech-Konferenz am 16. April 2026

Auf dem Panel diskutierte Natalja Wagner (Leiterin Stab AML und (Gruppen-)Geldwäschebeauftragte der Deutschen Leasing) die Rolle von FIU 2.0 und RegTech im Kampf gegen die Organisierte Kriminalität.

Daniel Thelesklaf (Leiter Financial Intelligence Unit) brachte im Panel die Perspektive der FIU zur effektiveren Geldwäschebekämpfung ein.

Aufmerksames Zuhören im Auditorium - der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Torsten Jurisch (KPMG) führte durch die Paneldiskussion zum Thema "FIU 2.0 und RegTech im Kampf gegen organisierte Kriminalität".

Daniel Zimmermann (Kriminalhauptkommissar bei der Kriminalpolizei Heilbronn) sprach über praktische Herausforderungen aus Sicht der Strafverfolgung.

Anna‑Maria Tenta (Head of AML Transaction Monitoring bei der Helaba) sprach über den Wandel hin zu Real‑time Compliance.

Dr. Sebastian Hetzler (Co-CEO IMTF) gab einen Ausblick auf die neuesten technischen Möglichkeiten.

Blick in das Publikum während der Vorträge

Oliver Naegele (Founder von Blockchain Helix) und Alexander Klöpper (KPMG) sprachen im Experten Talk über die zunehmende Konvergenz von Identity und Payment.

Blick auf die Frankfurt School of Finance and Management während einer Veranstaltungspause

Klaus Fabits (Quantexa) und Evelyn Felten (KYC Lead Specialist der DekaBank) diskutierten die Auswirkungen des EU‑AML‑Pakets auf zukünftige KYC‑Prozesse.

Martin Donnerer (Expertise Lead Run Excellence KYC bei der ING Deutschland) und Numejr Owiesat (KPMG) beleuchteten praxisnahe Ansätze zur operativen Umsetzung moderner KYC‑Strukturen.

Christen Kirchner (Senior Managerin Fraud & Fin‑Crime beim SAS Institute) und Denise Ritzer (KPMG) diskutierten über gemeinsame Ansätze von Banken zur Betrugsbekämpfung.

Miriam Eberhart (Head of AFC Forensik bei der Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG) beleuchtete die forensische Aufarbeitung von Finanzkriminalität.

Carsten Helm (Lead Fraud Prevention bei EBA Clearing) sprach über die Rolle zentraler Marktinfrastrukturen bei der Betrugsprävention.

Die vier Panelist:innen während der gemeinsamen Diskussion zur Bekämpfung von Finanzkriminalität.

Das KPMG-Team hinter der RegTech-Konferenz 2026

Viktor Kraus (Cluster Lead Compliance Global Financial Crime Prevention Platform bei der Commerzbank) erläuterte im Panel, wie künstliche Intelligenz bestehende Transaktionsmonitoring‑Systeme wirkungsvoll ergänzen kann.

Wolfgang Berner (Co‑Founder und Chief Product Officer bei Hawk) zeigte im Panel auf, wie datengetriebene Lösungen die Betrugsprävention unterstützen können.

Tanju Bulut (Industry Architect bei Google Cloud) und Danic Seiwert (KPMG) sprachen über die Rolle moderner Plattform‑Architekturen für KI‑gestützte Monitoring‑Ansätze.

Tanju Bulut

Dr. Jochen Papenbrock (EMEA Head of Financial Technology bei NVIDIA) sprach über den Bauplan für die KI-gestützte Bank.

Kampf gegen Finanzkriminalität: Auf dem Weg zur Echtzeit-Compliance 

Austausch und Vernetzung bilden auch das Fundament für den erfolgreichen Kampf gegen Finanzkriminalität. Einblicke in Geldwäscheaktivitäten und Strukturen der organisierten Kriminalität gab Dr. Zora L. Hauser von der Universityät of Cambridge, bevor es in der Diskussion zum Thema konkret wurde.

Daniel Thelesklaf von der Financial Intelligence Unit Deutschland stellte klar: „Wir nutzen die Daten aus den Verdachtsmeldungen heute mehr für die strategische Analyse“ – das ist die Basis für einen stärkeren Fokus auf hohe Risiken. 

Ein zentraler Aspekt im Kampf gegen Geldwäsche und Betrug ist auch eine Real-Time-Compliance mit Echtzeit-Transaktionsscreening. Die Frage auf dem Panel dazu: Wie können Verantwortliche Kundendaten, Transaktionen und Risiken konsistent miteinander verknüpfen und vor allem operativ nutzbar machen –  für einen integrierten AntiFinancialCrimeAnsatz?  

Die Architektur für eine KI-gestützte Bank-Compliance  

Ähnlich wie im Vorjahr war künstliche Intelligenz ein prägendes Thema auf der Agenda des Tages. Die Architektur für eine KI-gestützte Bank mit Use Cases aus der Compliance bauen: Dr. Jochen Papenbrock von NVIDIA nahm die Besucher der KPMG RegTech-Konferenz mit in die Möglichkeiten diverser Tools und Agenten und die Vorteile von Sandboxes. Es werde darum gehen, eine agentische Plattform zu schaffen, die sich kontinuierlich weiterentwickelt wie ein Schwungrad und den Kampf gegen Finanzkriminalität unterstützt. 

Und die Diskussion zum Thema „Overlay statt Overhaul“ unterstrich: In der Unterstützung von Prozessen durch künstliche Intelligenz liegt vor allem zur Entlastung von Mitarbeitenden im Anti-Financial-Crime-Umfeld großes Potenzial. 

Im Ausstellungsbereich der RegTech-Konferenz demonstrierten RegTech-Anbieter, wie ihre technologischen Lösungen Aufgaben im Transaktionsmonitoring, im Bereich KYC und bei Verdachtsmeldungen effizient unterstützen.  

Und Themen wie die EUDI-Wallet, Netzwerkanalyse und künstliche Intelligenz bleiben der Community in den kommenden Monaten erhalten und stellen jetzt schon Fragen für eine KPMG RegTech-Konferenz im Jahr 2027. 

Das war die RegTech-Konferenz 2026

Alle Speaker:innen, Aussteller und die gesamte Agenda im Überblick.

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