Investorennachfrage bleibt diversifiziert
- Wohnimmobilien bleiben gefragt: Die fundamentale Nachfrage nach Wohnraum bleibt hoch, insbesondere in Großstädten und Ballungsräumen. Im Jahr 2026 dürfte die Zahl fertiggestellter Wohnungen erneut sinken – auf rund 230.000. Der Zentrale Immobilien Ausschuss prognostiziert eine Neubaulücke von 830.000 Wohnungen im Jahr 2027. Projekte wie Mehrfamilienhäuser, Studentenwohnheime oder sogenanntes Commercial Living (z. B. Mikrowohnen, Wohnen auf Zeit) stehen daher weiterhin ganz oben auf der Wunschliste der Investoren.
ff - Wachstumssegmente: Auch Logistik- und Data-Center-Immobilien (insbesondere Rechenzentren für KI- und Cloud-Anwendungen) verzeichnen weiterhin eine hohe Nachfrage. Diese Assetklassen profitieren von strukturellem Wachstum durch E-Commerce, Digitalisierung sowie Verteidigung und Sicherheit und sind häufig durch langfristige Mietverträge gekennzeichnet.
yy - Segmente mit strukturellen Veränderungen – Büro- und Handelsimmobilien: Wir erwarten eine weitere Polarisierung innerhalb dieser Segmente. Während Spitzenmieten moderat weiter wachsen dürften, wird der Leerstand in durchschnittlichen Lagen und bei weniger nachgefragten Flächen zunehmen. Für Objekte mit Unsicherheiten hinsichtlich der langfristigen fundamentalen Nachfrage müssen die Renditen weiter steigen.
Fonds für Infrastruktur und Verteidigung als Konkurrenz zur Immobilie
Geopolitische Entwicklungen und das Sondervermögen haben die Themen Infrastruktur und Verteidigung im Jahr 2025 weiter in den Fokus der Investoren gerückt. Angesichts der stark gestiegenen Nachfrage nach Investitionsmöglichkeiten in diesen Bereichen, der guten Fundamentaldaten im Infrastruktursektor sowie des zunehmenden globalen Verteidigungsdrucks dürfte Infrastruktur und Defence bis 2029 ein deutliches Wachstum beim verwalteten Kapital verzeichnen – möglicherweise im zweistelligen Milliardenbereich pro Jahr. Infrastruktur- und Verteidigungsinvestments werden damit zunehmend mit klassischen Immobilieninvestments und -segmenten um Kapital und Ressourcen konkurrieren.
Künstliche Intelligenz bewegt die Immobilienbranche
In der Immobilienbranche wächst der Bedarf an schnellen, datenbasierten Entscheidungen. Parallel dazu rückt die Schaffung echter Steuerungsfähigkeit in den Fokus: Unternehmen benötigen qualitativ hochwertige Daten, konsistente Datenmodelle und eine durchgängige Datenarchitektur über das gesamte Portfolio hinweg. Die Integration spezialisierter Systeme in moderne ERP-Landschaften sowie deren grundlegende Erneuerung werden damit zum Schlüssel, um KI-Anwendungen wirksam einsetzen zu können. Operational Excellence entwickelt sich zur neuen C-Level-Währung – denn nur wer operative Prozesse standardisiert, digitalisiert und datenrein gestaltet, bleibt auf Basis belastbarer Daten entscheidungs- und handlungsfähig.
Aktuell kommen vor allem KI-gestützte Anwendungen zum Einsatz, die Verwaltungsprozesse, ESG-Reporting und Transaktionen automatisieren. Branchenlösungen zeigen zudem, dass KI Mietanfragen vorqualifizieren, Zahlungsrisiken bewerten und Leerstandsrisiken prognostizieren kann.
Mittelfristig wird KI noch weiter gehen: Sie analysiert Nutzerverhalten, simuliert Nachfrage und optimiert Flächenkonfigurationen. Maintenance entwickelt sich dabei zu einem strategischen Thema, da KI-gestützte Anlagenüberwachung direkte Auswirkungen auf Opex-Modelle und Wertstrategien hat. Ein weiterer Trend ist der Einsatz generativer KI für Portfolio- und Stadtquartiersimulationen, mit denen sich Nutzungsmischungen, Mobilitätsströme oder ESG-Konfigurationen vorab testen lassen. Zudem etabliert sich RegTech als Beratungsfeld: KI-Systeme unterstützen Unternehmen dabei, regulatorische Anforderungen automatisiert zu interpretieren und Maßnahmen abzuleiten. Ergänzend entstehen neue Robotik-KI-Kombinationen, die nicht nur operative Prozesse automatisieren, sondern auch strategisch relevante Benchmarking-Daten liefern.
Unternehmen, die frühzeitig in diese Technologien investieren, sichern sich Effizienzgewinne und einen klareren Blick auf Markt- und Trendentwicklungen.