Technologie im Quartiersmanagement: Web3 fördert nachhaltige Entwicklung

So tragen Blockchain-basierte Anwendungen zu einer gelungenen Entwicklung für Bewohner bei

Keyfacts:

  • Nachhaltigkeit in der Immobilienwirtschaft bedeutet auch: Quartiere aktiv für die Bewohner:innen zu gestalten.
  • Die Web3-Technologie kann dabei eine wertvolle Stütze für das Quartiersmanagement sein.
  • Mit Smart Contracts und Tokens gelingen die Zusammenarbeit aller Beteiligten und innovative Anreizsysteme für Veränderungen.

Gebäude verursachen einen erheblichen Teil der weltweiten CO2-Emissionen. Das haben Studien, unter anderem der Vereinten Nationen, immer wieder ergeben. Deshalb ist das Interesse an der ESG-Transformation der Immobilienwirtschaft enorm: Sie ist ein bedeutender Hebel im Kampf gegen die Klimakrise. Aber auch über Klimafragen hinaus hat der Wandel hin zu einer nachhaltigeren Welt für die Menschen in ihrer direkten Wohn-, Lebens- und Arbeitsumgebung eine große Relevanz.

Schon seit einigen Jahren fordern Investoren, Eigentümer und Mieter von Immobilienunternehmen mehr Verantwortung und Transparenz – mit Blick auf Umweltbelastung, soziale Verantwortung und die Unternehmensführung. Besondere Aufmerksamkeit verdienen in diesem Zusammenhang die Quartiersentwicklung und das Quartiersmanagement.

Quartiere müssen aktiv gestaltet werden, um auf die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner einzugehen und die soziale Integration zu fördern. Gleichzeitig müssen Quartiere gemäß ESG-Zielen ressourcenschonend und energieeffizient gestaltet werden. Aktuell gibt es aber viele Herausforderungen, die das Management von Veränderungsprozessen erschweren.

Bildung und Gesundheit – alle müssen zusammenarbeiten

Ein bedeutender Punkt sind die Governance-Prozesse. Sie sind oft undurchsichtig. Das führt zu Mängeln bei der Transparenz und verschleiert Verantwortlichkeiten. Dazu kommen die zunehmende Segregation und die soziale Isolation, die in bestimmten Quartieren auftreten können.

Auch die Verfügbarkeit von öffentlichen Dienstleistungen – Bildungseinrichtungen, Gesundheitsversorgung und öffentlicher Nahverkehr – ist bedeutsam für die Menschen und eine komplexe Aufgabe für das Management. Eine systematische Herangehensweise und die Zusammenarbeit aller Beteiligten sind gefordert. Sie sollte die Gemeinden, die Stadtverwaltungen, Entwickler, Investoren und Bewohner:innen einschließen.

Web3 wird zur Stütze für die Quartiersentwicklung

Es erfordert innovative Ansätze und Technologien, um diese Aufgaben zu bewältigen. Web3, die nächste Entwicklungsstufe des Internets, könnte hier wertvolle Dienste leisten und eine unerwartete Stütze für die Quartiersentwicklung und das Quartiersmanagement werden.

Web3 baut auf der Blockchain-Technologie auf. Im Gegensatz zum aktuellen Web 2.0, das von großen US-Plattform-Unternehmen dominiert wird, ist Web3 dezentralisiert und soll eine sichere und transparente Interaktion ohne Zwischenhändler ermöglichen.

Smart Contracts und DAOs für eine gute Nachbarschaft

Zu den Web3-Blockchain-Anwendungen gehören zum Beispiel Smart Contracts, Tokens oder Dezentralisierte Autonome Organisationen (DAOs). Sie alle können in mehreren Aspekten dabei helfen, das Quartiersmanagement zu verbessern.

DAOs etwa können als dezentralisierte Kooperationsplattformen dienen, die es verschiedenen Parteien ermöglichen, zusammenzuarbeiten und Entscheidungen gemeinsam zu treffen. Da DAOs durch Blockchain-Technologie und Smart Contracts gesteuert werden, kann die Zusammenarbeit automatisiert und effizienter gestaltet werden.

Die Blockchain-Technologie ermöglicht außerdem eine höhere Transparenz, indem sie eine unveränderliche Aufzeichnung von Transaktionen und Entscheidungen bereitstellt. Entscheidungen sind jederzeit nachvollziehbar und das Vertrauen in das Quartiersmanagement kann so gestärkt werden.

Tokens und Belohnungssyteme für aktive Beteiligung

Tokens können verwendet werden, um Anreize für die Beteiligung der Gemeinschaft an Entscheidungsprozessen zu schaffen oder positive Verhaltensweisen zu belohnen.

Bewohner:innen, die sich an Energiesparmaßnahmen beteiligen oder sich in Entscheidungsprozesse einbringen, können Tokens erhalten, die ihnen Vorteile, zum Beispiel in Form von Vergünstigungen, verschaffen. Und Quartiersmanager:innen können Smart Contracts verwenden, um bestimmte Prozesse in der Quartiersentwicklung zu automatisieren, beispielsweise den Neubezug von Wohnungen durch Mieter:innen oder Wartungsanfragen. Das kann die Effizienz von Verwaltungsprozessen erhöhen und die Kosten für alle Beteiligten senken.

Einstieg in die Web3-Technologie: Fünf Schritte

So gelingt der Einstieg in die Web3-Technologie im Quartiersmanagement:

1. Wissenstransfer: Lernen Sie die Grundlagen von Web3 kennen und lernen Sie, wie diese Technologie auf Ihre Immobilienprojekte angewendet werden kann.

2. Anwendungsfälle: Identifizieren Sie Bereiche in Ihren Quartiersentwicklungsprojekten, die von einer Web3-Integration profitieren können.

3. Entwicklung einer dApp (dezentrale Applikation): Eine dApp – also eine Applikation basierend auf einer Blockchain-Technologie, die nicht von einer Person verantwortet wird, sondern als Open Source auch anderen Nutzer:innen zur Verfügung steht – könnte beispielsweise die Entscheidungsfindung in der Gemeinde verbessern oder den Austausch von Informationen erleichtern.

4. Partner: Zusammenarbeit ist der Schlüssel zur erfolgreichen Quartiersentwicklung. Das gilt auch für die Integration von Web3-Technologien. Suchen Sie nach Partnern, die Ihre Vision teilen und die technischen Fähigkeiten haben, die Integration von Web3 in Ihre Quartiersentwicklungsprojekte zu unterstützen.

5. Offenheit für Veränderungen: Die Einführung neuer Technologien bringt oft Veränderungen und Herausforderungen mit sich. Seien Sie bereit, sich an neue Prozesse und Arbeitsweisen anzupassen und investieren Sie in Schulungen und Support. So können Sie sicherstellen, dass Ihre Beschäftigten in der Lage sind, die neuen Technologien effektiv zu nutzen.

Die Integration von Web3-Technologien in Quartiersentwicklung und -management bietet enorme Möglichkeiten dafür, die Nachhaltigkeit und Lebensqualität von Gemeinden zu verbessern. Als Immobilienunternehmen oder Kommune können Sie eine wichtige Rolle beim Vorantreiben dieser Entwicklung spielen, indem Sie innovative Technologien nutzen und Partnerschaften mit anderen Interessensgruppen in der Gemeinde aufbauen.

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