IReF kommt mit großen Schritten: Update zur Meldewesenverordnung für Banken
Der Zeitplan für die Umsetzung in den Instituten wird konkret.
Keyfacts:
- Die EZB hat wichtige Meilensteine für die Umsetzung von IReF veröffentlicht.
- Die einjährige Pilotphase beginnt im zweiten Quartal des Jahres 2030, der offizielle IReF‑Meldestart ist für das zweite Quartal 2031 geplant.
- Das schafft mehr Zeit für die Umsetzung: Es entsteht ein realistisches Umsetzungsfenster von etwa zweieinhalb Jahren.
Es ist der Beginn einer neuen Zeitrechnung im Meldewesen für Banken – und der Zeitplan wird zunehmend konkret: Kreditinstitute in Europa sollten sich jetzt mit der Standardisierung des Meldewesens auf der Basis von IReF und BIRD befassen. Der Start der Pilotphase und das Go-Live stehen fest, und die Vorarbeiten sind umfangreich.
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Was ist IReF, was ist BIRD?
Das Integrated Reporting Framework (IReF) ist ein Rahmenwerk der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Vereinfachung und Harmonisierung der statistischen Berichterstattung in Europa. Es granularisiert einen erheblichen Teil aktueller Meldeformate.
Ziel von IReF ist es, die statistischen Meldungen der Banken im Euroraum zu vereinheitlichen, den Meldeaufwand zu verringern und die Qualität der Daten für verschiedene Zielgruppen (Geldpolitik, Analysten) zu verbessern.
BIRD steht für das Banks’ Integrated Reporting Dictionary. Das zentrale Datenlexikon ist ein wichtiges Mittel bei der Umsetzung von IReF, denn es arbeitet mit einem gemeinsamen Vokabular und macht Daten vergleichbar. Es hilft Banken dabei, ihre Daten konsistent und effizient für IReF und andere Anforderungen aufzubereiten. Während IReF über Verordnungen verpflichtend wird, steht BIRD den Banken auf freiwilliger Basis zur Verfügung.
Welche Vorteile bieten IReF und BIRD?
Bisher müssen Banken regelmäßig statistische Daten an verschiedene Institutionen melden. Hinzu kommen aufsichtsrechtliche Informationen. Die Aufbereitung und Lieferung nimmt viel Zeit in Anspruch.
Mit IReF werden die Berichtspflichten vereinheitlicht. Das reduziert den Meldeaufwand. Mit dem zentralen Datenlexikon BIRD kann sich die Datenaufbereitung und die Datenqualität verbessern – beides senkt langfristig Kosten in den Instituten und fördert die Transparenz, die Effizienz und die Konsistenz in der Berichterstattung.
Wie lautet der aktuelle Zeitplan für die Umsetzung?
Auf Basis der EZB-Mitteilung vom Juni 2026 gelten nun folgende Meilensteine für die Umsetzung von IReF:
- Zweites Halbjahr 2027: Öffentliche Konsultation zum Entwurf der IReF Verordnung geplant. Diese trägt zur Ausgestaltung des endgültigen Gesetzgebungsvorschlags bei. Zudem ist vorab die Veröffentlichung weiterer wichtiger Informationen zu den IReF-Anforderungen durch die Aufsicht avisiert.
- Zweites Quartal 2030: Beginn der einjährigen Pilotphase. Institute müssen ihre Fähigkeit zur Erfüllung der neuen IReF-Datenanforderungen auf dem Lieferweg zur Aufsicht testen.
- Zweites Quartal 2031: Erste offizielle Meldung von IReF-Daten. Hierbei ist eine einjährige Parallelphase vorgesehen, in der die bestehenden statistischen Meldungen weiterhin neben den IReF‑Meldungen bei der Aufsicht einzureichen sind.
Auf dieser Basis lassen sich folgende mögliche Aktivitäten und Phasen bis zum Go-live und für den Parallelbetrieb für die Institute ableiten:
Was erwartet die EZB – was müssen Banken konkret tun?
Fünf große Handlungsfelder, die Banken jetzt angehen sollten – vom Datenmanagement über die IT-Architektur bis hin zu Fragen der Organisation und der Steuerung:
- Datenmanagement und Datengranularität: Mit IReF wird eine stringente Data Governance noch wichtiger. Die Institute müssen Daten in hoher Granularität verfügbar machen und ihre Qualität sicherstellen.
- IT-Architektur: Sie muss leistungsfähig sein und mögliche Korrekturmeldungen unterstützen.
- Prozesse und Methoden: Korrekturen allein auf Meldebogen- oder Summenebene sind künftig nicht mehr möglich – Abweichungen oder Fehler sollten daher möglichst früh in der Datenlieferstrecke korrigiert und allen Einheiten zur Verfügung gestellt werden.
- Organisation und Mitarbeitende: Verantwortliche sollten eine (stärkere) organisatorische Verzahnung von Meldewesen und Gesamtbanksteuerung etablieren und Mitarbeitende für die Anforderungen von IReF befähigen.
- Impulse für die Steuerung: Auf dem Weg zum Integrated Reporting System (IRS) sind vor allem die regulatorischen Kennzahlen aus der Meldung beziehungsweise dem Reporting weiter in die Steuerung zu integrieren (Nachschau, Planung, Maßnahmen.
Wie bereiten sich Banken jetzt auf IReF vor?
Die neuen Meldeprozesse nach IReF verlangen Banken einiges ab – sowohl was Systeme als auch was Abläufe betrifft. Am Markt zeichnen sich erste Architektur-Zielbilder und geeignete Vorgehensmodelle ab.
In einem ersten Schritt sollten Institute ein Zielbild für das neue granulare Meldewesen erstellen, das die obigen Dimensionen IT-Architektur, Datenmanagement, Prozesse, Organisation und Steuerung umfasst. Auf der Basis lassen sich Lücken zwischen dem Status quo und dem Zielbild benennen Es bietet sich an mit dem Zielbild zur IT-Architektur und Datenmanagement bereits zu starten. Mit dem Entwurf der IReF-Verordnung im kommenden Jahr 2027 können dann die weiteren Dimensionen ausgearbeitet und finalisiert werden.
Die Umsetzung kann ebenfalls in Stufen angelegt werden. Ein detaillierter Plan entlang der oben visualisierten Zeitachse ermöglicht es Verantwortlichen dann, Arbeitspakete pro Dimension in die Tat umzusetzen.
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