Keyfacts:
- AI-Souveränität bewahrt die Kontrolle über kritische Technologien und reduziert Abhängigkeiten.
- Geschwindigkeit in Kombination mit Skalierung schafft Handlungsspielräume für Innovation und Wachstum.
- Europa kann eine Option etablieren, die Leistungsfähigkeit mit Verantwortung verbindet.
Beim World Economic Forum in Davos wird deutlich: Künstliche Intelligenz steht im Zeichen der Umsetzung – und genau darin liegt der Kern der AI-Souveränität. Die zentrale Frage für Führungskräfte lautet nicht mehr, ob künstliche Intelligenz eingesetzt wird, sondern ie sie zuverlässig und dauerhaft in den operativen Kern des Unternehmens integriert werden kann, ohne neue Abhängigkeiten von Plattformen, Infrastrukturen oder externen Governance-Modellen zu schaffen. Wertschöpfung, Produktivität und messbare Rentabilität rücken in den Vordergrund, ebenso wie die Fähigkeit, KI-Systeme zuverlässig, verantwortungsvoll und in eigener Steuerung zu betreiben. Voraussetzung dafür ist eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten im Ökosystem. Nur im Zusammenspiel von Wirtschaft, Forschung und Politik lassen sich die technologischen, regulatorischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen schaffen, um AI-Souveränität zu erreichen und den gesamtgesellschaftlichen Nutzen von KI zu maximieren. AI-Souveränität wird zur operativen Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit. Insbesondere für Europa im globalen KI-Wettlauf.
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Handlungsfähig bleiben, ohne die eigenen Werte aufzugeben
In Davos wird deutlich, wie sich die Dynamik verschiebt: Die zunehmende Komplexität globaler Systeme trifft auf eine wachsende Abhängigkeit von wenigen Plattformen, die den Zugang zu KI bestimmen. Auch deswegen wird das Thema AI-Souveränität wichtiger und relevanter. Es bedeutet nicht weniger als die Kontrolle über kritische Technologien zu behalten, statt sich in Abhängigkeit von externen Plattformen und Infrastrukturen zu begeben. Wer ausschließlich auf externe Lösungen setzt, läuft Gefahr, Spielräume für Innovation und Kostenkontrolle zu verlieren.
Souveränität in der KI heißt für mich Kompetenz, nicht Isolation. Und es bedeutet, kritische Systeme im Einklang mit wirtschaftlichen Zielen und gesellschaftlichen Werten zu entwickeln, einzusetzen und zu steuern und offen für Partnerschaften zu bleiben, wenn diese den Fortschritt beschleunigen. Entscheidend wird sein, schneller und kohärenter zu handeln: KI als strategischen Hebel zu verankern, in skalierbare Grundlagen zu investieren und verantwortungsvolle Prinzipien im Alltag umzusetzen.
Mattias Schmelzer (links), CEO von KPMG in Deutschland und Ashish Madan, CTO und Bereichsvorstand Technology Services, bei der Studienvorstellung in Davos.