KI: Wo Unternehmen wirklich stehen
91 Prozent der Unternehmen haben KI fest auf der strategischen Agenda, 68 Prozent der CEOs priorisieren Investitionen in KI. Trotzdem zeigt sich: Die Schere zwischen ersten Piloten und strukturierten Implementierungen wird größer. Unternehmen, die KI systematisch integrieren, setzen sich bereits deutlich ab.
KI-Implementierung: Diese Herausforderungen prägen den aktuellen Reifegrad
Herausforderungen beim Reifegrad betreffen vor allem das Erwartungsmanagement, die Vermeidung fragmentierter Insellösungen und die organisatorische Verankerung: Technologie allein verändert keine Arbeitsweise – es gilt Strukturen, Rollen und Kompetenzen anzupassen.
Vier strategische Empfehlungen für Ihre KI- Integration
- Fokus auf Use Cases, nicht Technologie
Erfolgreiche KI-Programme orientieren sich an konkreten Wertbeiträgen in den Fachbereichen. Relevante Anwendungsfelder sind insbesondere Engpassprozesse, zeitintensive Routinetätigkeiten, fehleranfällige Arbeitsschritte sowie datenbasierte Entscheidungsunterstützung.
Der Wertbeitrag wird über klar definierte Kennzahlen gesteuert, etwa Durchlaufzeiten, Qualitätsniveaus oder Bearbeitungsgeschwindigkeit. Die Auswahl von Modellen, Plattformen und Tools folgt diesen Anforderungen, nicht umgekehrt.
- Keine Insellösungen: KI-Integration in bestehende Prozesse und Arbeitsweisen
Der größte Hebel entsteht, wenn KI dort eingesetzt wird, wo Mitarbeitende ohnehin arbeiten – zum Beispiel in E-Mails, Workflows oder bestehenden Tools. ‑Drei Erfolgsfaktoren aus der Praxis:
- Keine neuen Tools erzwingen, sondern KI in bestehende Arbeitsumgebungen integrieren.
- Nahtlose Prozessintegration, damit Wertschöpfung messbar wird – zum Beispiel kürzere Vertriebszyklen oder schnellere Vertragsabschlüsse.
- Vertrauen sicherstellen: KI muss verlässliche Ergebnisse liefern, sonst entsteht kein ROI.
- Daten, Regulierung und digitale Souveränität zusammendenken
Europa ist stark reguliert – doch genau das kann für Unternehmen ein Vorteil sein. Einheitliche Rahmenbedingungen schaffen Planungssicherheit und erleichtern die Umsetzung von KI-Initiativen.
Entscheidend ist, die interne KI-Readiness systematisch aufzubauen, geeignete Sandbox-Umgebungen und europäische Rechenzentren zu nutzen, hybride Modelle aus europäischen und globalen Anbietern zu prüfen und Governance-Strukturen sowie Verantwortlichkeiten klar festzulegen.
- Transformation heißt: Organisation verändern
In Bereichen wie Legal, Tax oder Compliance zeigt sich besonders deutlich, wie stark KI-Prozesse beschleunigen kann – aber auch, wie wichtig der Mensch bleibt.
- Steuerfunktion: KI eignet sich für Massendatenprüfung, Recherche und Dokumentenanalyse. Gleichzeitig erfordert der Anspruch an fehlerfreie Ergebnisse klare Governance und realistische Einsatzszenarien.
- Legal: Agenten können End‑to‑End‑Aufgaben übernehmen – zum Beispiel die NDA‑Prüfung oder Policy‑basiertes Antworten.
- Forensik: KI beschleunigt Datenanalyse massiv – aber alle Ergebnisse müssen belegbar, reproduzierbar und dokumentiert sein.
Ausblick: Die nächsten Jahre werden entscheidend sein
Die erste Phase der KI-Nutzung hat sich vor allem auf Effizienz- und Produktivitätsgewinne durch Assistenten und Copiloten konzentriert. In den kommenden Jahren rückt die systematische Integration von KI in Prozesse und Systeme in den Vordergrund. Agentenbasierte Anwendungen, stärker personalisierte Leistungen und neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen werden dabei schrittweise zur Praxis. Unternehmen, die jetzt strukturiert starten, können einen Vorsprung aufbauen, der schwer einzuholen ist.