Wenn die Kollegin Spitzensportlerin ist

Unternehmen profitieren aus mehreren Gründen von Spitzensportlern.

Keyfacts

  • Wer Leistungssport betreibt verfügt über Fähigkeiten, die für Firmen attraktiv sind.
  • Unternehmen profitieren aber nicht nur dank der offensichtlichen Qualifikationen.
  • Wer Spitzensportler einstellt kann auch einen wichtigen Lernprozess einleiten.
Dr. Vera-Carina Elter
  • CHRO, Mitglied des Vorstands
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Ihre Karriere ist beeindruckend. Vor mehr als 20 Jahren war Katja Seizinger die erfolgreichste Skifahrerin ihrer Zeit. Sie gewann drei olympische Goldmedaillen, sammelte so viele Weltcup-Siege wie keine andere deutsche Skifahrerin und wurde dreimal zur Sportlerin des Jahres gewählt. Zwei Jahrzehnte später – inzwischen heißt sie Katja Weber – ist die 46-Jährige Aufsichtsratsvorsitzende von zwei Stahlwerken, das heißt von Unternehmen mit mehr als 1.300 Mitarbeitern und europaweitem Liefergebiet. Man darf sagen, Katja Weber schafft es, „sich an der Spitze zu bewegen“. Egal, ob im Sport oder in der Wirtschaft.

Wichtige Fähigkeiten: Disziplin, Ausdauer, Belastbarkeit

Ihr Beispiel zeigt, wie Unternehmen von der Leistungsfähigkeit ehemaliger oder aktiver Spitzensportler profitieren können. Sportlerinnen oder Sportler bringen Eigenschaften mit, die Firmen an jeder Mitarbeiterin oder jedem Mitarbeiter schätzen. Disziplin, Ausdauer, Belastbarkeit – um nur drei zu nennen. Um von diesen Stärken zu profitieren und Sportler langfristig an ein Unternehmen zu binden, ist es sinnvoll, dass Firmen spezielle Recruiting-Maßnahmen ergreifen, um Athleten auf sich aufmerksam zu machen. Die Zielgruppe sollte vor allem mit attraktiven Bedingungen angesprochen werden: Flexible Arbeitszeiten, die Möglichkeit zum Home Office oder dem Arbeiten von anderen Orten aus sowie Freistellungen für Wettkämpfe oder intensive Trainingsphasen sind wichtige Punkte.

Sportler haben hervorragende Kompetenzen

Viele Leistungssportler müssen beide Karrieren unter einen Hut kriegen. Das erfordert Organisationstalent und Zielstrebigkeit. Nur wer klar fokussiert und gut organisiert ist, bekommt Training, Wettkampf und Job gestemmt. Eine Untersuchung des „Institute for Sports, Business and Society“ zeigt, dass Spitzensportler Persönlichkeitsmerkmale aufweisen, die für den Aufstieg in einem Unternehmen förderlich sein können. Das ist bereits in der Schule zu sehen. Katja Seizinger etwa studierte neben ihrer Sportkarriere an der Fernuniversität Hagen Betriebswirtschaftslehre und schloss das Studium kurz nach dem Ende ihrer Sportkarriere mit einem Diplom ab.

Positiver Effekt auf die Kollegen

Es sind aber nicht nur die offensichtlichen Fähigkeiten, von denen Unternehmen mit Spitzensportlern profitieren. Auch verborgene Stärken können sich positiv für Firmen auswirken. Bekannte Sportler genießen in Verkaufsgesprächen oder anderen Verhandlungen oft einen Sympathiebonus und Vertrauensvorschuss. Ein anderes Beispiel sind Hockeyspieler. Sie sind durch ihren Sport mit Ländern wie Indien, Pakistan oder Südafrika gut vertraut und haben ein besseres Gespür für die dortigen Märkte.

Erfolgreiche Athleten haben oft einen positiven Effekt auf ihre Kollegen. Sie gehen mit Niederlagen sportlich um, stürzen sich auf neue Aufgaben und sind es meist gewohnt, Lösungen im Team zu finden. Sie versuchen die Zeit im Unternehmen so effektiv wie möglich zu verbringen und möglichst viele Aufgaben bzw. Projekte abzuschließen.

Unternehmen lernen, auf individuelle Bedürfnisse von Bewerbern einzugehen

Ein Punkt, der nicht unterschätzt werden darf, ist der Lerneffekt, den Unternehmen durch die Einstellung von Spitzensportler erzielen. Um Sport und Arbeit unter einen Hut zu bringen, benötigen Leistungssportler flexible Arbeitszeitmodelle. Diese werden auch unabhängig von dieser Bewerbergruppe in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen. Firmen müssen mehr und mehr auf die Bedürfnisse ihrer Bewerber eingehen. Egal, ob es sich um einen Spitzensportler, einen jungen Vater oder eine Frau in Führungsposition handelt. Flexible Arbeitszeitmodelle sind für Bewerber längst ein Entscheidungskriterium. Ein zweiter Aspekt ist der Bewerbungsprozess selbst. Unternehmen sind gut beraten, wenn sie den Bewerbungsprozess auf die jeweilige Zielgruppe abstimmen. Dazu zählen nicht nur das externe Marketing, sondern vor allem auch das interne Briefing von Kollegen und die Anpassung interner Abläufe. Wenn Athlet und Unternehmen zueinander finden, gewinnen in der Regel beide Seiten.

Veranstaltungshinweise

Recruiting-Experten von KPMG informieren, wie studierende Leistungssportler Berufserfahrung gewinnen und den Karrierewechsel meistern. Sie geben Tipps, worauf Unternehmen bei einer Bewerbung achten. Einstige Topathleten berichten am Mittwoch, 30. Januar in den Geschäftsräumen von KPMG, Klingelhöferstraße 18, 10785 Berlin, von ihren Erfahrungen. Die Veranstaltung beginnt um 9.30 Uhr und ist kostenlos. Weitere Informationen und die Möglichkeit, sich anzumelden, gibt es hier. 

Zum gleichen Thema bieten wir am Donnerstag, 12. März, ein einstündiges Webinar an. Es beginnt um 16 Uhr. Auch hier werden Spitzensportler davon berichten, wie sie ihren Karrierewechsel gemeistert haben. Das Webinar ist kostenlos. Eine Anmeldung erforderlich. Alle nötigen Informationen haben wir hier aufgeschrieben.

Dr. Vera-Carina Elter
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