Der digitale Wandel beginnt im Kopf

Die klassische Wertschöpfungskette ändert sich. Die Technik ist dabei nur ein Aspekt.

Keyfacts

  • Für die Transformation der Wertschöpfungskette werden Abläufe verschlankt und digitalisiert.
  • Die größte Herausforderung ist dabei nicht die Technik.
  • Die Menschen zu befähigen und zu begeistern wird die wichtigste Aufgabe sein.
Marc Ennemann
  • Partner, Head of Intelligent Automation/ RPA
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Die Digitalisierung bringt mit sich, dass zusammenwächst, was man bislang nicht unbedingt zusammen brachte. Ein Beispiel ist die Transformation der Wertschöpfungskette. Die Durchlaufzeiten der klassischen Wertschöpfungskette – Einkauf, Produktion und Logistik, Vertrieb – können dank automatisierter und digitalisierter Prozesse deutlich verkürzt werden. Die Abläufe werden optimiert, verschlankt und zusammengeführt. Das Beste aus allen Welten kommt zusammen. Am Ende profitiert das Unternehmen, weil Prozesse schneller ablaufen. Und der Kunde, weil die Lösungen stärker auf seine Bedürfnisse abgestimmt werden.

Strategie wichtiger als die Technik 

Kleine Puzzleteile werden zu einem großen Bild zusammengelegt. Silodenken bringt uns nicht weiter. Ganzheitliche Lösungen und Zusammenarbeit aller Bereiche sind gefragt. Die Technik dafür ist längst da. Künstliche Intelligenz, Robotic Process Automation, selbstlernende Maschinen oder Roboter. Die Hardware, mit der wir Prozesse standardisieren, verschlanken und effizienter gestalten, nutzen wir bereits.

Wichtig ist die Strategie. Wer seine Wertschöpfungskette verkürzen und sinnvoll neu gestalten will, sollte nicht nur auf Technik setzen. Sie ist nicht die größte Herausforderung. Sie sinnvoll und zielgerichtet einzusetzen, Verständnis für die Digitalisierung und die neuen Arbeitsweisen zu schaffen, sind die wichtigsten Aufgaben. Die Menschen zu befähigen und zu begeistern – das sind die Herausforderungen. Die wichtigste Botschaft: Die Digitalisierung ändert die Art unserer Zusammenarbeit.

Die Bausteine richtig zusammensetzen

Dazu betrachtet man Digitalisierungsprojekte am besten wie einen Lego-Bausatz. Das Ziel muss klar definiert sein. Um im Lego-Bild zu bleiben: Wenn klar ist, dass alle daran arbeiten, dass am Ende des Tages ein komplexes Raumschiff aus vielen Kleinteilen auf dem Tisch steht, stärkt das die Motivation und steigert die Akzeptanz für das Projekt. Übertragen wir das Prinzip auf die Digitalisierung und die Transformation der Wertschöpfungskette. Es geht darum, die Bausteine richtig zusammenzusetzen und dafür Teams mit verschiedenen Stärken zusammenzustellen.

Jeder Teambeitrag wird so zu einem unerlässlichen Beitrag für den gemeinsamen Erfolg. In den Teams sollten Experten aus der IT, dem Einkauf, der Produktion, Logistik und dem Vertrieb sitzen. Eben aus allen relevanten Bereichen, die Einfluss auf die Wertschöpfungskette haben. Je breiter die Teams aufgestellt sind, desto besser können die jeweiligen Bedürfnisse aufeinander abgestimmt werden und bestimmte Szenarien antizipiert werden.

Einfache Kniffe genügen, um Skeptiker zu überzeugen

Damit Digitalisierung und der kulturelle Wandel in einem Unternehmen gelingen, ist es wichtig, in einer Firma engagierte Multiplikatoren herauszufiltern. Sie können ihre Kollegen für Digitalisierungsprojekte, die neuen Arbeitsweisen begeistern, Ängste abbauen und ein Projekt vorantreiben. Um skeptische Kollegen zu überzeugen reichen oft einfache Kniffe, um ihnen den Nutzen der neuen Arbeitsweise zu vermitteln. Bots etwa übernehmen Arbeiten, die oft als unbeliebt gelten, weil es sich dabei um sich wiederholende Tätigkeiten handelt. Digitalisierung verändert nicht nur unsere Arbeitswelt, sie verbessert sie vor allem. In einigen Fällen müssen Arbeitsoberflächen gar nicht geändert werden. Wer also gerne und wie gewohnt mit einem bestimmten Programm arbeitet, kann das weiter tun. Die digitalisierten Abläufe laufen dann im Hintergrund zusammen.

Digital ist besser und beginnt im Kopf

Viele Abläufe waren vor zehn, 15 Jahren noch nicht so automatisiert, wie sie es heute sind. Das wird zunehmen. Datensätze prüfen, Angebote vergleichen, oder Kundenerfahrungen- und berichte zusammenfassen – das werden kluge Software-Bots übernehmen. Wertschöpfende Tätigkeiten treten in den Vordergrund – wie können die Bedürfnisse von Kunden befriedigt werden, welche Lösungspakete können dafür entwickelt werden oder wie kann die Produktion verschlankt werden? Um nur drei Fragen zu nennen, denen man sich dann widmen könnte. Wer den Nutzen der Digitalisierung erkennt und zu schätzen weiß, der wird ihr auch positiv gegenüber stehen. Technik ist wichtig. Noch wichtiger und erfolgsentscheidender ist der Wandel, der im Kopf beginnt.

Marc Ennemann
  • Partner, Head of Intelligent Automation/ RPA
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