ESG im Krankenhaus

Die Zeit drängt: So gelingt jetzt die ESG-Strategie im Krankenhaus

Wie Sie trotz Kostendruck und Fachkräftemangel Nachhaltigkeitsziele umsetzen.

Krankenhäuser sehen sich täglich erheblichen Herausforderungen ausgesetzt – mit ESG kommt noch eine weitere hinzu. Denn Nachhaltigkeit ist auch für diese Branche längst zum moralischen, aber auch rechtlichen und wirtschaftlichen Imperativ geworden.

Die Gesundheitswirtschaft verursacht aktuell sechs Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen. Hier gibt es also Handlungsbedarf, nicht nur, weil die Fristen für entsprechende verpflichtende Berichterstattungen näher rücken. Darüber hinaus ist auch gesundheitliche Chancengleichheit ein ESG-Thema, also gute gesundheitliche Versorgung, unabhängig von sozialen, wirtschaftlichen oder kulturellen Hintergründen. Gleichzeitig dient Engagement in Sachen Nachhaltigkeit der Reputation eines Krankenhauses und kann wie ein Magnet für Mitarbeitende wirken, die zunehmend Arbeitgeber bevorzugen, die sich entsprechend hervortun.

Coronakrise wirkt nach

All dies haben längst auch die Führungskräfte in deutschen Krankenhäusern erkannt. Das bestätigt unsere Studie „Wo stehen Krankenhäuser auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit?“ Dennoch mangelt es weiterhin bei zu vielen an entsprechenden Strategien. Der Grund: Die übrigen Herausforderungen im Unternehmen sind groß. Die Finanzierung, der Personalmangel und die massiven Auswirkungen der Coronakrise wirken im Gesundheitssektor lange nach.

Was gilt es also zu tun? Wie kann es trotz der genannten Hemmnisse gelingen, jetzt ESG-Maßnahmen umzusetzen? Folgende sechs Leitfragen und Handlungsempfehlungen für Führungskräfte bieten Orientierung:

1) Prüfen Sie den Status quo: Wie nachhaltig ist unser Krankenhaus? 
Als erstes sollten Sie sich einen detaillierten Überblick beschaffen. Wo konkret steht Ihr Krankenhaus in Bezug auf alle ESG-Dimensionen?

2) Welche Ziele wollen und müssen wir als Krankenhaus erreichen?
Als nächsten Schritt sollten Sie eine Nachhaltigkeitsstrategie aufsetzen, die alle Ergebnisse der vorangegangenen Analyse umfasst, alle ESG-Dimensionen berücksichtigt und – ganz wichtig – Verantwortlichkeiten für alle Bereiche definiert.

3) Welche Kapazitäten sind dafür notwendig?
Auf Basis dieser Strategie lassen sich Rollenprofile, Schnittstellen und benötigte Kapazitäten definieren. Dazu gehört in jedem Fall – falls noch nicht vorhanden – die Schaffung der Position eines Chief Sustainability Officers.

4) Welche Maßnahmen müssen wann und wie umgesetzt werden, um unsere Ziele zu erreichen?
Machen Sie es konkret: Leiten Sie auf Basis Ihrer Strategie einen Maßnahmenkatalog und entsprechende Projektpläne zur Umsetzung ab.

5) Erfüllen wir alle Berichtspflichten?  
Stellen Sie sicher, dass Sie bezüglich der Berichterstattungspflichten auf dem Laufenden sind und bleiben. Dazu gehört auch bereits bestehende Erhebungsstrukturen zu analysieren und bei Bedarf zu optimieren.

6) Haben wir ans Change Management gedacht?
Wandel gelingt am besten, wenn alle Beteiligten die Nachhaltigkeitspläne nachvollziehen können. Stellen Sie daher sicher, dass Sie die geplante Transformation mit ihren Schritten allen Mitarbeitenden mitteilen. Dazu gehören Schulungskonzepte sowie regelmäßige interne und externe Kommunikation zum Thema.

Unsere Erfahrungen in der Gesundheitswirtschaft bestätigen klar: Führungskräfte, die alle genannten Maßnahmen umsetzen, sind gut gerüstet, den wachsenden ESG-Anforderungen gerecht zu werden – trotz und gerade wegen vieler anderer drängender Herausforderungen in ihren Unternehmen. Nutzen Sie die Gelegenheit, jetzt ins Tun zu kommen. Alternativen gibt es leider nicht.