Kryptowährungen: Die Vermögenswerte der Zukunft

Bitcoin, Ether & Co. werden immer wichtiger. Darauf sollten sich Firmen einstellen.

Keyfacts

  • Kryptowährungen stoßen auf immer größeres Interesse.
  • Die Technik könnte Ineffizienzen des Wirtschaftssystems beseitigen.
  • Zur flächendeckenden Verbreitung von Kryptowährungen müssen Organisationen vielfältige technische und rechtliche Hürden nehmen.
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Peter Heidkamp
  • Partner, Head of Technology
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Ich bin mir sicher: Es ist nur noch eine Frage der Zeit. Dann lassen sich die Eigentumsrechte etwa an einem Grundstück oder an einer Immobilie digitalisieren und mit virtuellem Geld erwerben – kostengünstig, manipulationssicher und ohne Zwischeninstanz. Wieso? Mit Kryptowährungen ist das möglich – und ich glaube, dass sie sich bald etablieren werden. Denn die digitalen Vermögenswerte – speziell die dahinterstehende Blockchain-Technologie – haben das Potenzial, diverse Ineffizienzen des globalen Finanzsystems zu beseitigen.

Kryptowährungen konkurrieren erstmals mit traditionellen Finanzprodukten

Zunächst die Fakten. Kryptowährungen stoßen seit einigen Jahren auf großes Interesse – in den Medien, der Finanzbranche und der Gesellschaft. 2017 traten sie erstmals, wenn auch noch in bescheidenem Maße, in Konkurrenz zu traditionellen Finanzmarktprodukten.

2018 boten vermehrt auch konventionelle Finanzdienstleister – jenseits der Fintechs – Krypto-Assets an. Zudem strömten Heerscharen neuer Teilnehmer auf den Markt. Darunter etwa Anbieter von Plattformen für sogenannte Security Tokens, die sich wie Wertpapiere verhalten – und Anbieter von Stable Coins. Das sind Kryptowährungen, die sich im Idealfall 1:1 an den Wechselkursen von Fiat-Währungen wie dem Dollar oder dem Euro orientieren. So entspricht ein „Tether“ optimalerweise immer einem US-Dollar.

Ende 2018 lag die Marktkapitalisierung der rund 2000 unterschiedlichen blockchainbasierten Coins bereits bei gut 211 Milliarden Dollar. Das ist zwar nur ein theoretischer Wert, weil Kryptowährungen aus dem Nichts geschaffen werden und ihr Wert innerhalb weniger Tage deutlich schwanken kann. Dahinter stehen nicht so profunde Werte wie bei herkömmlichen Aktien. Allerdings zeigt die Marktkapitalisierung wie hoch die Nachfrage nach Bitcoin, Ether & Co. ist.

Die Geburt einer „Tokenized Economy“

Mit gutem Grund. Die flächendeckende Verbreitung von Krypto-Assets brächte eine bahnbrechende Veränderung mit sich: die Geburt einer „Tokenized Economy“ – also einer Wirtschaft, in der sich digitalisierte Werte („Token“) effizient abbilden und austauschen lassen. Etwa sein Haus ohne Notar zu verkaufen oder ohne Bank eine große Summe ins Ausland zu überweisen – das wäre dann möglich. Womit auch die derzeit fälligen Gebühren deutlich niedriger ausfallen oder ganz wegfallen würden.

Ein Handel mit diesen „Token“ wäre bequem möglich, sodass gerade Kleinstanleger als zusätzliche Investorengruppe erschlossen werden könnten. Investitionen in neue innovative Start-ups auch ohne Börsengang sind somit für Einzelpersonen wesentlich einfacher zu realisieren. Zusätzlich wäre es auch denkbar, dass Kleinstanleger untereinander mit Strom handeln – bei entsprechender Gesetzeslage. Ferner könnten diverse Innovationen hinsichtlich der Nutzung und Veräußerung von „Tokens“ folgen.

Hochkomplexe Bilanzierung der Produkte

Um in allen Wirtschaftszweigen Akzeptanz für die Ausbreitung von Kryptowährungen zu schaffen, müssen Organisationen vielfältige technische und rechtliche Hürden nehmen. Die KPMG-Veröffentlichung „Institutionalization of cryptoassets“ ruft daher dazu auf, Herausforderung mit einer Krypto-Strategie frühzeitig zu antizipieren und zu meistern.

Ambitionierte Firmen sollten aus freien Stücken regulatorische und steuerrechtliche Prinzipien hochhalten, die für herkömmliche Finanzmarktprodukte ohnehin gelten. So können sie die Begeisterung von Investoren für Krypto-Dienste noch steigern. Ferner sollten Unternehmen klären, wie sie damit umgehen, dass viele Aspekte der Bilanzierung der Produkte hochkomplex sind. Kryptowährungen vereinen nämlich Charakteristika, die ganz verschiedenartigen Bewertungsgrundsätzen zuzuordnen wären.

Darüber hinaus gilt es, vorab ein sogenanntes „Fork Management“ umzusetzen. Der Begriff bezeichnet ein System, das Veränderungen in der Blockchain-Infrastruktur von Kryptowährungen verwaltet. Auch müssen sämtliche Cyber-Risiken adressiert werden, die rund um Krypto-Produkte auftreten können. Vor allem an den Schnittstellen zur Blockchain-Technologie existieren aktuell viele Angriffsflächen – etwa bei der Aufbewahrung der persönlichen Passwörter von Kryptowährungen, den sogenannten Private Keys.

Kryptowährungen werden sich dauerhaft durchsetzen

Grundsätzlich sollte sich jeder Akteur darüber im Klaren sein, dass sich eine Kryptowährung im Wettbewerb mit klassischen Finanzprodukten nur dann behaupten wird, wenn sie eine existierende Marktineffizienz adressiert und beseitigt – also einen „product-market fit“ aufweist.

Unabhängig von den Hindernissen bin ich davon überzeugt, dass sich Kryptowährungen dauerhaft durchsetzen werden. Bei einer Technik, die so großes Potenzial hat, Transaktionshindernisse innerhalb des Wirtschaftssystems auszumerzen, wäre alles andere abwegig.

Peter Heidkamp
  • Partner, Head of Technology
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Institutionalization of cryptoassets

Kryptowährungen könnten sich dauerhaft durchsetzen, denn sie haben das Potenzial, diverse Ineffizienzen des globalen Finanzsystems zu beseitigen. Die Publikation zeigt auf, wie man eine Krypto-Strategie entwirft – und so Herausforderungen frühzeitig antizipieren und meistern kann.

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