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Finanzbranche: Letzter Aufruf für die Cloud

Banken und Versicherungen, die weiter mit der Cloud hadern, werden an Relevanz verlieren.

Keyfacts

  • Digitale Transformation: Für jeden vierten Finanzdienstleistenden sind Cloud-Dienste weiterhin kein Thema.
  • Bei Banken und Versicherungen sind die Unsicherheiten hinsichtlich der Rechtslage noch groß.
  • Doch Cloud-basierte Services bringen viele Vorteile, solange die Unternehmen die richtige Strategie wählen.
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Daniel Wagenknecht
  • Partner, Financial Services
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Die Zeit des Zögerns ist für die meisten Finanzdienstleister vorbei: Viele große Banken verfolgen in der digitalen Transformation mittlerweile eine Cloud-First-Strategie, um im aktuellen Marktumfeld relevant zu bleiben. Darunter sind auch viele Traditionshäuser – und die Challenger-Banken sowieso. Das sind kleinere Finanzinstitute, die mit lukrativen neuen Produkten und kundenzentrierten agilen Prozessen die großen Player herausfordern. Sie machen es richtig und können mit Hilfe der Digitalisierung die Bindung ihrer Kunden erhöhen sowie neue Geschäftsmodelle etablieren.

Doch es gibt unter den Unternehmen auch noch Skeptiker, die in Sachen Cloud-Dienste weiter sehr zurückhaltend agieren – und zwar mehr als in anderen Branchen. Unser Cloud-Monitor, für den wir unter anderem 101 Finanzdienstleister befragt haben, belegt: Jeder Vierte der Branche lehnt die Cloud weiter ab. Und auch im Gespräch mit unseren Kunden stoßen wir immer wieder auf große Skepsis. Viele hadern mit möglichen Kostenfallen und fürchten sich hinsichtlich der Sicherheit vor Datenverlust. Auch die Unsicherheiten hinsichtlich der aktuellen Rechtslage nehmen bei Banken und Versicherungen deutlich zu.

Nur mit der Cloud bleiben Sie wettbewerbsfähig

Und tatsächlich: Das sind Risiken, die sich ergeben können – etwa im Umfeld von Sicherheit und Compliance. Die Nutzung von Cloud-Lösungen ist kein Kinderspiel.

Gleichzeitig gilt jedoch, dass Unternehmen, die sich weiter auf althergebrachte Technologien und Sicherheitskonzepte verlassen, über Kurz oder Lang an Relevanz verlieren.

Denn um wettbewerbsfähig zu bleiben, benötigen die Finanzdienstleister exakte Risikosimulationen und tagesaktuelle Bewertungen. Außerdem ändern sich die regulatorischen Anforderungen häufiger und werden detaillierter. Das macht es essenziell, diese agil umzusetzen. All dies wird ohne die Cloud schnell eine hoch kostspielige, fehleranfällige und personalaufwändige Sache. Fehlt die Innovationskraft, werden außerdem vor allem junge Digital Natives abwandern.

Finanzdienstleister: Auf die richtige Cloud-Strategie kommt es an

Was rate ich also den Skeptiker:innen? Tatsächlich bin ich fest überzeugt, dass die gesamte Finanzbranche, größere wie kleinere Banken, Asset-Manager und Versicherer gut in der Cloud aufgehoben sind – solange sie Folgendes beachten:

Erstens: Setzen Sie auf eine klare Strategie zur Einführung der Cloud. Nutzen Sie Best Practices und bewährte Vorlagen bei der Cloud-Migration, um kostspielige und sicherheitskritische Fehler bei der Migration zu vermeiden.

Zweitens: Begleiten Sie die Migration mit einem breiten Change-Prozess. Technische Architekturen und flexible, agile Prozesse müssen etabliert und auch Mitarbeitende mit eingebunden werden.

Drittens: Sorgen Sie für die geeignete Expertise in Ihrem Unternehmen, sowohl in der IT-, als auch in der Rechtsabteilung, die Sie dabei unterstützt, regulatorische Anforderungen (z.B. hinsichtlich Compliance, Cloud Security) sicher und schnell zu erfüllen, ohne ihre Agilität und Innovationsfähigkeit zu beschneiden

Solange diese Punkte beachtet werden, überwiegen die Vorteile für Finanzdienstleister (und somit auch für ihre Kundinnen und Kunden) bei weitem. Also, ab in die Cloud. Jetzt gibt’s keine Ausreden mehr.

Daniel Wagenknecht
  • Partner, Financial Services
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